Dessau (md/wg). Zu einem öffentlichen Vortrag lädt die Evangelische Landeskirche Anhalts am Freitag, dem 17. April, um 17 Uhr in die Aula des Bauhauses Dessau ein. Dr. Jan Brademann (siehe Foto), Landeskirchenarchivar und Historiker, beleuchtet darin die Rolle der Landeskirche in der politisch und gesellschaftlich hochgradig polarisierten Zeit der Weimarer Republik. Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Im Mittelpunkt stehen die Spannungen zwischen demokratischer Neuordnung nach 1918 und den tief verwurzelten nationalprotestantischen Traditionen der Kirche. Der Vortrag zeigt, wie sich Teile der Kirche zunehmend in einem „Kulturkampf“ gegen Säkularisierung, Sozialismus und gesellschaftliche Modernisierung positionierten – und welche Folgen dies für ihr Verhältnis zur Republik und schließlich zum Nationalsozialismus hatte.
So wird deutlich, dass die Entwicklungen von 1933 nicht plötzlich „von außen“ über die Kirche kamen, sondern in längeren ideologischen und politischen Prozessen vorbereitet wurden. Der Vortrag bietet damit eine differenzierte Perspektive auf die Wechselwirkungen von Religion, Politik und Gesellschaft in einer entscheidenden Phase deutscher Geschichte. Foto: Heiko Rebsch


