Montag, 20.05.2024

Wittenberg (md). Circa 9.500 Wohnungen, die überwiegend zum Bestand der Wittenberger Wohnungsbaugesellschaft (WIWOG) und der Wittenberger Wohnungsgenossenschaft (WBG) gehören, werden von den Stadtwerken Lutherstadt Wittenberg mit Fernwärme versorgt. Diese wird zum größten Teil in dem 1995 errichteten Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Berliner Straße erzeugt, welches im Jahr 2018 umfangreich von den Stadtwerken modernisiert und daraufhin von der Fachpresse als äußerst energieeffiziente Anlage prämiert wurde. Durch die Nutzung von vier sogenannten Lambda-1-Motoren wird aus dem eingesetzten Gas bei einem sehr hohen Wirkungsgrad von 95,4 Prozent und sehr geringen Emissionswerten Wärme erzeugt.

„Neben dem Einsatz von Erdgas als Primärenergieträger nutzen wir bereits seit geraumer Zeit auch kohlenstoffdioxidfreie Abwärme aus industriellen Prozessen für unser Fernwärmenetz“, erläutert Thomas Grabe, Technischer Leiter der Stadtwerke. „Des Weiteren werden wir in zwei Anlagen Pellets und Holzhackschnitzel zur regenerativen Energieerzeugung einsetzen. Diese und zahlreiche weitere Maßnahmen, wie beispielsweise die Sanierung von Hausanschlussstationen, erfolgen seit jeher in enger und kontinuierlicher Abstimmung mit der hiesigen Wohnungswirtschaft.“

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Zusätzlich werden aufgrund der aktuellen Situation stetig steigender Energiepreise und einer drohenden Gasmangellage weitere Maßnahmen umgesetzt. Auch wenn private Haushalte laut Gesetzgebung in dieser Situation zu der „besonders geschützten“ Gruppe gehören, wird damit ein weiterer wichtiger Beitrag für das gesamte Energiemanagementsystem geleistet.

So werden die Nachtabsenkungen der Heizungsanlagen während der Heizperiode je nach Gebäudegröße weiter optimiert und außerhalb der Heizperiode die fernwärmeversorgten Anlagen ganz deaktiviert. „Der geringen Komforteinbuße bei der Beheizung im Frühjahr und im Herbst steht eine effektive Energieeinsparung gegenüber“, erläutert Antje Bitter vom Vorstand der WBG den Grund für diese Maßnahme.

„Einen der höchsten Energieeinspareffekte können unsere Mieterinnen und Mieter jedoch selbst durch effizientes (Stoß-)Lüften sowie entsprechende Einstellungen an den Thermostaten ihrer Heizkörper erzielen“, ergänzt Rando Gießmann, Geschäftsführer der WIWOG. „Hier sind alle gefragt, die persönlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Thermostate in nicht benutzten Räumen sollten auf Stufe 0 gedreht werden. In genutzten Räumen können die Thermostate während der Nacht auf eine niedrigere Stufe eingestellt werden. Das vollständige Auskühlen der Aufenthaltsräume ist dabei zu verhindern.“

Thomas Popp, Geschäftsführer der Popp Immobilienverwaltung, gibt zu berücksichtigen: „Das richtige Beheizen und Lüften von Wohnräumen ist ein komplexes Thema, bei dem der Vermieter oder auch Mietverein gern weiterhilft.“

Für Fragen zum Thema stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WIWOG, WBG, Thomas Popp Immobilienverwaltung und der Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg unter den bekannten Kundenkontaktmöglichkeiten gern zur Verfügung.

Bild: Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Joachim Herrmann vor einem der vier neuen Module im BHKW: Die Motoren wurden von General Electric in Waukesha im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin produziert. In die neuen Motoren investierten die Stadtwerke in 2018 circa acht Millionen Euro. Foto: Wolfgang Gorsboth

Von Redaktion