Wittenberg (md/wg). Im Rahmen der Sitzung des Wittenberger Stadtrates vom 1. Juli 2026 entschied dieser sich einstimmig für die von der Verwaltung vorgestellte Feuerwehrkonzeption und die Umwandlung der Hauptamtlichen Wachbereitschaft in eine Berufsfeuerwehr zum 1. August 2026. Oberbürgermeister Torsten Zugehör sagte dazu: „Die Feuerwehr steht aktuell vor vielen Herausforderungen: Personalmangel, eingeschränkte Verfügbarkeit, steigende Risiken. Mit diesem Stadtratsbeschluss haben wir die Befähigung, die Probleme anzugehen und mehr Sicherheit zu schaffen – für unsere Bürgerinnen und Bürger, aber ebenso für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr.“
Die vorgestellte Konzeption umfasst 341 Seiten und eine ausführliche, datenbasierte Risikoanalyse. Sie legt klar offen, warum mit Weiterführung der aktuellen Struktur keine leistungsfähige Feuerwehr möglich ist. Die Einführung einer Berufsfeuerwehr wird als Lösung beschrieben, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen angemessen begegnen zu können. Bei der Erstellung der Konzeption arbeitete das beauftragte Ingenieurbüro eng mit den Kameradinnen und Kameraden der hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehren, der Stadtwehrleitung und der Stadtverwaltung zusammen. Gemeinsam wurde ein tragfähiger Plan entwickelt, um den Brandschutz in Wittenberg langfristig sicherzustellen.
In der Wehrleiterberatung wurde dem Vorgehen einstimmig zugestimmt. Ebenso wurde die Konzeption in den Fraktionen und im Hauptausschuss ausführlich vorberaten und dem Stadtrat einstimmig – mit der Empfehlung der Vorlage zuzustimmen – freigegeben. So fand sich auch im Stadtrat große Unterstützung für die Beschlussvorlage. Diese Unterstützung zeigte sich in zahlreichen Redebeiträgen. Mehrfach wurde die Meinung vertreten, dass man mit der gestrigen Entscheidung einen Fehler vergangener Zeiten wiedergutmachen könne: Vor rund zwanzig Jahren wurde die Berufsfeuerwehr in Wittenberg aus Kostengründen abgeschafft. Ebenso drückten viele Stadträtinnen und Stadträte große Wertschätzung für die Arbeit der Kameradinnen und Kameraden und für das Ehrenamt aus und betonten, wie wichtig es sei, dieses mit einer entsprechenden Entscheidung zu unterstützen.
Eine Fraktion befürwortete die Konzeption als Ganzes, plädierte jedoch für eine spätere Einführung der Berufsfeuerwehr. Nach weiterer ausführlicher Beratung im Rahmen der Sitzung wurde der damit verbundene Antrag auf eine Einführung zum 1. Januar 2027 zurückgezogen und der ursprünglichen Beschlussvorlage einstimmig bei einer Enthaltung zugestimmt. Zahlreiche Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Wehren und der Hauptamtlichen Wachbereitschaft verfolgten die Sitzung aus dem Publikum und zeigten ihre ausdrückliche Unterstützung für diese Entscheidung. Foto: W. Gorsboth

