Fr.. Juli 3rd, 2026

Wörlitz (wg). Am Sonntag, dem 5. Juli 2026, führt Martin Glinzer von der Abteilung Schlösser und Sammlungen durch die „Pomologische Sammlung“. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Gotischen Haus. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bittet die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz um eine vorherige Anmeldung per Mail an: schloss-woerlitz@gartenreich.de oder unter Tel.: 034905/40 920. Preis pro Person: fünf Euro.

Das Gotische Haus zählt zu den interessantesten Architekturen im Wörlitzer Park. Hier trug Fürst Franz von Anhalt-Dessau verschiedenste Sammlungen zusammen: Glas- und Ölgemälde, Waffen, Münzen, außergewöhnliche Möbel und kunsthandwerklichen Arbeiten. Eine kleine Besonderheit ist die Pomologische Sammlung – Wachsfrüchte, die täuschend echt aussehen. Vom Roten Herbst-Süßapfel über die Fruchtige Reinette zur Orange-Muskatellerbirne: Die Führung stellt diese Früchte in den Mittelpunkt und erklärt ihre Hintergründe.

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Diese Sammlung aus hohlen Früchten, erstmals 1795 präsentiert, kündet noch heute von der einst schier unglaublich großen Sortenvielfalt. Die Geschichte dieser fürstlichen Sammlungen geht auf Johann Volker Sickler (1742-1820), Herausgeber der Zeitschrift „Der teutsche Obstgärtner“, zurück. Dabei kam er auch auf die römische Göttin der Baumfrüchte Pomona. Von ihr stammt die Bezeichnung Pomologie als Name für Obstbaukunde und daraus abgeleitet auch das „Pomologische Cabinet“.

Diese Kunst-Früchte wurden von einem Konditor hergestellt, der flüssiges Wachs in Hohlformen goss und es durch die Fliehkraft zu dünnwandigen Hohlkörpern erstarren ließ. Nach Erkalten wurden sie herausgenommen und bemalt, später wurde auch Pappmache verwendet. Es ist verblüffend, wie wirklichkeitsnah die musealen Kostbarkeiten aussehen.

Der reale Hintergrund, der zu der pomologischen Sammlung führte, ist das von Fürst Franz, selbst ein erfolgreicher Pomologe, betriebene Landschaftsverschönerungsprogramm. Nicht nur überall in der Landschaft, sondern ebenfalls in einzelnen Gartenanlagen wurden zahlreiche Obstbäume gepflanzt. Auch hier nach dem Motto „das Schöne mit dem Nützlichen“ zu verbinden. Neben einheimischen wurden auch ausländische Sorten angebaut. Nachdem sie im eigenen Obstgarten ausprobiert waren, ließ der Fürst gute Sorten auch an Straßen, Deichen und Obstwiesen anbauen. Foto: © KsDW/Heinz Fräßdorf

Von Redaktion

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