Reinharz (md/wg). Am 5. Juli 2026 wird in der Reinharzer Barockkirche um 15 Uhr dem bedeutenden Barockliederdichter Paul Gerhard gehuldigt. Das Ensemble „TreCantus“ mit zwei Sängern und dem Organisten am Portativ und an der Orgel wird aber auch Lieder des Königsberger Domorganisten Heinrich Albert (gest. 1651) vortragen. Beide Meister haben Jubiläumstodestage. Auch Johann Sebastian Bach kommt zum Klingen, und zwar aus seinen „Goldbergvariationen“. Jana Karin Adam (Potsdam) und Franns von Promnitz (Dresden) sind die Ausführenden dieses Musiknachmittags, der in gewohnt lockerer Weise von Pfarrer i.R. Christoph Krause moderiert wird. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird am Ausgang gebeten.
Das Ensemble „TreCantus“ gibt es seit 2002 und besteht aus der Sopranistin Jana Karin Adam, dem Tenor und Organisten Franns von Promnitzau und einer kleinen, tragbaren Orgel, dem Portativ. Dieses war bis ca. 1650 eines der meistgespielten Instrumente in Europa, bevor es von den großen Orgeln verdrängt wurde. Mit der rechten Hand bespielt Promnitzau die Tastatur, die Linke betätigt den Blasebalg. Die flötenähnlichen Töne des Portativs begleiten den Gesang der beiden Künstler.
Mit scheinbarer Leichtigkeit präsentieren sie ein vielseitiges Programm mit Kompositionen aus Renaissance und Barock, aus dem deutschen und europäischen Sprachraum, von Liebe und Leid – und gewürzt mit amüsant vorgetragenen Erläuterungen zum Instrument und den einzelnen Liedern. Mit Sicherheit werden die Zuhörer nicht nur um einen Hörgenuss, sondern auch um einiges Wissen bereichert
Die Barockkirche Reinharz stammt in ihrer jetzigen Gestalt aus dem Jahr 1704, wobei die Inneneinrichtung noch im Originalzustand erhalten ist, und diente als Kirche und Grablege dem sächsischen Fürstengeschlecht der Löser aus dem benachbarten Wasserschloss. Nach dem drohenden Verfall Ende der 80er Jahre wurde sie nach der Wende sorgfältig restauriert und 2004 wieder in Dienst gestellt. Die zweimanualige Orgel wurde 1864 als Opus 28 von Conrad Geißler, Eilenburg, erbaut. Ihre 14 Register sind noch in Originalstimmung erhalten. 1998 wurde sie durch die Firma Voigt, Bad Liebenwerda, restauriert und erklingt in Gottesdiensten, bei Amtshandlungen und in Konzerten. Foto: W. Gorsboth

