Mittwoch, 22.05.2024

Stephan Heese ist Gründer von Workoutparks.com und zeigt, welche Übungen mit „Barbara“ möglich sind. Foto: Wolfgang Gorsboth / Text von Wolfgang Gorsboth

Wittenberg (wg). Wenn es künftig in Wittenberg heißt: „Komm, wir gehen zur Barbara“ ist damit keineswegs der Besuch bei einer stark gefragten Dame gemeint, vielmehr handelt es sich um Menschen, die sich an der frischen Luft sportlich betätigen wollen. „Barbara“ ist die Bezeichnung für einen Workout-Park, den der Dessauer Sport- und Fitnesskaufmann Stephan Heese von Workoutparks.com und dem Verein „Ghettoworkout e.V.“ entwickelt hat. Namensgebend für „Barbara“ ist das englische Wort „Bar“, das übersetzt „Stange“ bedeutet.

Werbung

Den ersten Wittenberger Workout-Park, der in Gräfenhainichen produziert wurde, gibt es im Amselgrund in den Wallanlagen, die Inbetriebnahme erfolgte am Dienstag, dem 21. Juni. Auf circa 15 Quadratmetern können Interessierte unabhängig von ihrem Fitness-Status und Alter flexibel outdoor trainieren, ihrer Gesundheit und ihrem Immunsystem Gutes tun und dabei auch soziale Kontakte pflegen, weil die Anlage einzeln und in der Gruppe genutzt werden kann.

„Die historischen Wallanlagen stehen als Flächendenkmal unter besonderem Schutz, dennoch wollen wir das grüne Band, welches die Altstadt umschließt, klug und sensibel gestalten“, erklärt Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). Die Wallanlagen würden rege von Spaziergängern sowie Joggern und anderen Freizeitsportlern genutzt.

Das neue Angebot verdankt sich der großzügigen Spende von SKW in Höhe von 650.000 Euro, die zum einen für den Kultursommer und zum anderen für Spiel- und Sportgeräte gedacht sind, Ziel ist es, die Attraktivität der Altstadt zu steigern. Von der Spende wurden unter anderem auch die „Grashalme“ an der Jugendherberge in der Schlossstraße gekauft. Insbesondere für Familien mit Kindern, so der OB, soll die Altstadt attraktiver werden.

„Dank der großzügigen SKW-Spende konnten wir bereits einige Projekte in der Altstadt umsetzen“, berichtet Verkehrsplanerin Enikö Andersen. Der Amselgrund erfreue sich bei Kindern und Jugendlichen aufgrund der großen Freifläche großer Beliebtheit, unter anderem könne hier Streetbasketball gespielt, geskatet und Rollschuh gefahren werden. Die Frequentierung werde zunehmen, wenn das am Standort befindliche ehemalige Melanchthon-Gymnasium nach der umfangreichen Restaurierung und Modernisierung seinen Schulbetrieb wieder aufnehme. Rege genutzt werde auch der große Spielplatz des Jugendklubs in unmittelbarer Nähe.

Stephan Heese, der selbst ein leidenschaftlicher Sportler ist, hatte aus der Zeitung davon erfahren, dass die Lutherstadt Wittenberg mit Hilfe der SKW-Spende in Sport- und Spielmöglichkeiten investieren möchte und sich mit seinem Konzept des Workout-Parks an die Stadtverwaltung gewandt – mit Erfolg. „Maximaler Nutzen bei überschaubaren Kosten und ohne jeden Klimbim“, so beschreibt Heese die innovative Idee.

2012 hat er in Dessau den Sportverein „Ghettoworkout e.V.“ gegründet, der seit 2017 offizieller Veranstalter der Deutschen Meisterschaften im Calisthenics ist, so nennt man das Training mit dem eigenen Körpergewicht. Die daraus resultierend Expertise hat er zur Entwicklung von „Barbara“ genutzt. „Um ganzheitlich trainieren zu können, bedarf es keiner kostspieligen Verträge mit einem Fitnessstudio oder teurer Laufschuhe“, betont Heese, „vielmehr kann der eigene Körper in Verbindung mit Reck, Barren und Sprossenwand genutzt werden.“

Mehr als 200 Übungen wie Liegestützen, Klimmzüge und Kniebeugen sind mit dem als Hexagon angelegten Workout-Park möglich, ob Einsteiger oder Athlet – die Schwierigkeitsgrade bestimmt jeder selbst. Vor Ort befindet sich eine Tafel mit dem Motto „Lutherstadt Wittenberg – Sportlich wie nie!“, auf der einige Übungen erläutert werden, zudem ein QR-Code, mit dem sich die Nutzer verschiedene Trainingspläne direkt auf ihr Smartphone scannen können.

Jede Stange des Workout-Parks erfüllt ihren Zweck, Anordnung und Funktion sind präzise durchdacht. Aufgrund der robusten Bauweise und dem Verzicht auf bewegliche Teile ist die Anlage nahezu wartungsfrei. Vor der Inbetriebnahme am Dienstag wurde die Anlage sachkundig abgenommen, so dass die Lutherstadt bei Haftungsfragen abgesichert ist und Sportler sorglos trainieren können. Die Anlage verfügt über einen sehr guten Fallschutz und kann zudem von Rollstuhlfahrern genutzt werden.

Von Redaktion