Freitag, 21.06.2024

Naturnah gestaltete Anlagen, Barrierefreiheit und viele Spielmöglichkeiten für Kinder

Delitzsch (wg). Mit vier Hektar zählt der reizvoll in der Loberaue gelegene Tiergarten Delitzsch zu den kleinen Zoos, für Familien mit Kindern ist er aber ein perfektes Ausflugsziel, denn die Jüngsten fühlen sich hier besonders wohl: Für sie gibt es einen Streichelzoo mit kleinen Ziegen, zudem sorgen die begehbare Vogelvoliere mit Wellensittichen und Zebrafinken, ein Meerschweinchendorf, eine Fütterungsanlage für Paviane und die neugierigen Esel für direkten Tierkontakt. Der Zoo Delitzsch legt Wert darauf, dass Kinder lernen, Tiere als Mitgeschöpfe zu betrachten. Austoben können sich die Kids bei ihrem Rundgang auf dem Kletterspielplatz sowie an den vielen über das gesamte Parkgelände verteilten Spielgeräten.

Rund 300 Tiere, verteilt auf 80 exotische und einheimische Tierarten, leben im Delitzscher Zoo, zu dessen Besonderheiten die naturnahen Freigehege gehören: Statt Zäune oder Mauern gibt es flache und mit Naturmaterialen wie Baumstümpfe oder Findlinge versehene Wälle, so dass die Besucher die Tiere aus kurzer Distanz beobachten können. Auch der Lebensraum der Tiere ist ihrem natürlichen Lebensraum nachempfunden. Von der „Serengeti-Aussichtsplattform“ können Zebras und Elenantilopen erkundet werden, während Nasenbären und andere Kleinraubtiere meist in verglasten Gehegen leben. Erdmännchen, Kängurus und die Stinktiere sind bei Kindern besonders beliebt.

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Zu den Exoten gehören unter anderem sieben im südamerikanischen Regenwald lebende azurblaue Pfeilgiftfrösche, die aus dem Zoo Halle nach Delitzsch kamen. Vom zoologischen Garten im tschechischen Pilsen kamen im Oktober des vergangenen Jahres 12 Südliche Tomatenfrösche, die in ihrer Heimat Madagaskar vom Aussterben bedroht sind. Besonders farbenprächtig präsentiert sich der Himalaya-Glanzfasan.

Als einziger Zoo in Deutschland besitzt der Delitzscher Tierpark zwei Schlankmangusten: Der schwarze Farbenschlag dieser Schleichkatzenverwandten hebt sich deutlich ab von den ganz in der Nähe präsentierten Fuchsmangusten, die zusammen mit den Erdmännchen in einem Gehege leben. Damit können hier alle drei Vertreter dieser Raubtiergruppe miteinander verglichen werden.

„Sissi“ heißt die Eselstute aus der Arche Alfsee, die seit April 2021 im Tiergarten ihr neues Zuhause hat: Mit ihr soll eine Zucht der hoch gefährdeten Haustierrasse „Österreichisch-ungarischer Barockesel“ begründet werden, weltweit gibt es nur 320 dieser Tiere, bis in die späten 1980er Jahre galten „Barockesel“ sogar als ausgestorben. Auch ein gebürtiger Wittenberger lebt in Delitzsch: Das Brazzameerkatzen-Männchen stammt aus dem kleinen Tierpark der Lutherstadt, seit September 2021 komplettiert ein junges Weibchen aus dem Zoo in der Wingst das Gehege: Der Tierpark möchte mit dem Paar eine Erhaltungszucht beginnen, denn Brazzameerkatzen sind in ihrer Heimat im waldreichen Zentralafrika stark gefährdet. Mit erstem Nachwuchs wird Ende 2022 gerechnet.

Nach dem Besuch des Tiergartens lohnt ein Abstecher zum malerischen Barockschloss, das zu den Wahrzeichen Nordsachsens gehört sowie zu der in unmittelbarer Nähe gelegenen Backstein-Stadtkirche, dem in früheren Zeiten als Gefängnis genutzten Halleschen Turm sowie der Hospitalkirche aus dem 16. Jahrhundert.

Hinweis

Zu den Angeboten des Delitzscher Tiergartens gehören Spezialführungen, Vorträge, Projekttage für Schulen und Kindergeburtstage, außerdem kann das naturkundliche Bildungszentrum besucht werden. Der Tiergarten ist nicht nur familienfreundlich, aufgrund seiner barrierefreien Anlage ermöglicht er auch Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern ein schönes Erlebnis. Öffnungszeiten: bis Oktober von 9 bis 18 Uhr, von November bis Februar von 9 bis 16 Uhr. Erwachsene zahlen vier Euro, Kinder und Jugendliche zwei Euro.

BU: Tayo heißt dieser Gepard, die gelassene und entspannte Raubkatze ist bei Zoobesuchern sehr beliebt.
Foto: Wolfgang Gorsboth

Von Redaktion