Wittenberg (md/wg). Am Dienstag, dem 30. Juni 2026, hält Prof. Dr. Michael Hochgeschwender im Audimax der Stiftung Leucorea um 19.30 Uhr einen Vortrag zur amerikanischen Revolution. Dabei bezieht er sich auf sein gleichnamiges Buch. Der Vortragsabend steht unter der Überschrift „Lutheraner in der amerikanischen Revolution“ und ist Teil der diesjährigen Reihe „Transatlantische Wechselwirkungen“, die anlässlich des 250. Jubiläums der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zum 4. Juli die deutsch-amerikanischen Beziehungen ins Zentrum stellt. Der Eintritt ist frei.
Aus Michael Hochgeschwenders Sicht ist die amerikanische Revolution komplex, widersprüchlich und nicht auf einfache Freiheitsrhetorik reduzierbar. Sie ist ein historisches Mosaik, das sich jeder simplen Heldenerzählung entzieht und nur im Zusammenspiel von Ideen, Interessen, globalen Zusammenhängen und sozialen Realitäten verstanden werden kann. Er ist der Meinung, dass man die USA und ihr Sendungsbewusstsein nur verstehen kann, wenn man ihren Ursprungsmythos betrachtet.
In seinem Buch versucht er deshalb, das durch Filme entstandene simple Bild von Gut und Böse oder Sieger und Verlierer aufzulösen. Viele Hollywoodfilme zu diesem Thema, wie z.B. „Der Patriot“ lassen es so aussehen, als ob mutige amerikanische Freiheitskämpfer gegen die tyrannischen britischen Besatzer kämpften. Doch dieses Bild entspricht nur in geringem Teil der Realität. Viele spätere Amerikaner standen auf der Seite der Briten und viele Revolutionäre kämpften zum Großteil für eigene wirtschaftliche Interessen, vor allem Bereicherung durch Schmuggelware oder Aneignung von Indianerland. Diese und weitere Themen werden im Vortrag behandelt. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf lutherische Christen und deren Einflüsse während der Revolution gelegt.
Prof. Dr. Michael Hochgeschwender (geb. 1961) ist Amerikanist und ein deutscher Spezialist für nordamerikanische Kultur- und Religionsgeschichte. Nach einem Theologiestudium und einem Magister in Geschichte an der Universität Würzburg erwarb er 1996 in Tübingen seine Promotion und sechs Jahre später seine Habilitation.
2004 wurde er zum Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte an die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München berufen, wo er bis heute unterrichtet. Weiterhin veröffentlichte er bis bislang acht Bücher und verfasste zahlreiche Aufsätze zu geschichtskulturellen Fragen. Neben „Die amerikanische Revolution“ ist er auch Autor der Bücher „Amerikanische Religion: Evangelikalismus, Pfingstlertum, Fundamentalismus“ (C.H. Beck, 2016) und „Der amerikanische Bürgerkrieg“ (C.H. Beck, 2010). Foto: LMU München

