Dessau (md/wg). Der Buchautor und Journalist Andreas Montag hält die nächste Dessauer Theaterpredigt am Sonntag, 26. April, um 14.30 Uhr in der Kirche St. Johannis. Montag nimmt unter dem Titel „Andere Zeiten“ Bezug auf die Inszenierung von Anton Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“ am Anhaltischen Theater Dessau. Das Stück hatte in der Regie von Robert Teufel am 2. April Premiere. Die musikalische Ausgestaltung der Theaterpredigt übernehmen Manfred Apitz (Violine) und KMD Martina Apitz (Orgel) aus Köthen. Die liturgische Leitung hat Pfarrerin Geertje Perlberg.
Wie ändert sich Identität, wenn die Gesellschaft einer radikalen Veränderung ausgesetzt ist? Diese und viele weitere Fragen werden auf der Theaterbühne ebenso wie im Gottesdienst gestellt. Seit 2008 beleuchten die Dessauer Theaterpredigten in der Dessauer Johanniskirche Inszenierungen des Anhaltischen Theaters aus christlicher Sicht. Sie machen damit deutlich, dass Menschen in der Religion ebenso wie in der Kunst Bilder für die Welt suchen, die ihnen begegnet.
Die Dessauer Theaterpredigten, verantwortet vom Anhaltischen Theater, der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien, dienen dem Dialog zwischen Kunst und Religion. Prominente Predigerinnen und Prediger waren u. a. der Theologe Prof. Dr. Wolfgang Huber, Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, die Pianistin Ragna Schirmer und der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johann Hinrich Claussen.
Andreas Montag, geboren 1956 in Gotha, ist Buchautor und Journalist. Nach dem Grundwehrdienst zum Bibliothekar ausgebildet, absolvierte er ein Fernstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Dort wohnte er bis 1988, seitdem lebt er in Halle und Berlin. Montag ist evangelischer Christ. Seinem Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung im Herbst 1976 folgte staatliche Willkür. Deshalb war er nach dem ersten Studium als Packer in der Blindenbücherei Leipzig tätig, ab 1981 im Dienst der Katholischen Kirche.
1985 erschien Montags erster Roman, „Karl der Große oder Die Suche nach Julie“. Weitere Publikationen sind der Erzählungsband „Die weitere Verwandlung des Blicks“ (1990/2007), der Roman „Mannestreu“ (2008), der biografisch-politische Essay „Lothar König: Eine rebellische Seele“ (2012), der illustrierte Lyrik-Band „Paradies“ (2018), die viel beachtete Erzählung „Glückliche Menschen“ (2022) und zuletzt „Der Geruch des Ostens“ (2024). Seit 1990 ist Montag bei der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ beschäftigt. Von 1996 bis 2022 war er dort als Ressortchef für den Kulturteil zuständig, ab 2023 weitere Arbeit für dieses Haus. Andreas Montag ist verheiratet und Vater mehrerer Kinder. Foto: Andreas Stedtler

