Freitag, 24.04.2026

Wörlitz (md/wg). Im Rahmen der Frühjahrssitzung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS) in Ludwigslust bekräftigte das Netzwerk angesichts aktueller politischer Entwicklungen seine klare Haltung und seine Aufgaben: „Die Geschichte der Schlösser und Parks ist eine Geschichte des künstlerischen und intellektuellen Austausches, der kontinuierlichen zivilisatorischen Weiterentwicklung. Sie zeigen auf beeindruckende Weise die Ergebnisse von transnationaler Offenheit und Neugierde.“

Dieses Erbe sei über Jahrhunderte hinweg in einem europäischen und globalen Austausch entstanden – geprägt von künstlerischen Einflüssen, Migration, Handel und politischen Umbrüchen. Diese Geschichte verpflichte zu einer Vermittlung, die Komplexität anerkennt, unterschiedliche Perspektiven einbezieht und demokratische Grundwerte lebt und stärkt.

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Die Mitgliedseinrichtungen der AGDS tragen eine besondere Verantwortung für das ihnen anvertraute Kultur- und Naturerbe. Die in öffentlicher Verantwortung bewahrten Schlösser, Burgen und historischen Gärten in Deutschland sind heute Orte der kulturellen Vielfalt, der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und der offenen Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wendet sich die AGDS ausdrücklich gegen Bestrebungen, Schlösser und Gärten einseitig im Sinne nationalistischer oder ausgrenzender Ideologien umzudeuten: „Historische Orte sind keine Projektionsflächen für vereinfachte Geschichtsbilder, sondern Räume der kritischen Reflexion und des Dialogs.“

Sachsen-Anhalt verfüge als Bundesland über eine hohe Dichte an Welterbestätten. Dieser außergewöhnliche Reichtum sei Ausdruck einer Kulturlandschaft, „die sich nie in sich selbst erschöpft hat, sondern deren Bedeutung seit jeher über Grenzen hinausweist – und die gerade deshalb Orte hervorgebracht hat, die heute zum Erbe der Menschheit zählen.“ Die AGDS würdigt in diesem Zusammenhang die Arbeit der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, die sich mit großem Engagement für den Erhalt, die Erforschung und die zeitgemäße Vermittlung dieses herausragenden kulturellen Erbes einsetzen.

Ihre Arbeit stehe exemplarisch für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte, der wissenschaftliche Fundierung, kulturelle Teilhabe und internationale Vernetzung verbinde. „Schlösser und Gärten erzählen Geschichten von Austausch, Wandel, Neugierde und Vielfalt. Diese Offenheit gilt es gerade heute zu verteidigen“, erklärte Prof. Dr. Christoph Vogtherr, Vorsitzender der AGDS.

Über die AGDS

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS) vereint fünfzehn Organisationen, die Schlösser und Gärten in öffentlicher Trägerschaft erhalten und für die Öffentlichkeit erschließen. Dazu zählen neben der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt unter anderem auch die Klassik-Stiftung Weimar, die Bayerische Schlösserverwaltung, die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und das Schlösserland Sachsen. Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung gemeinsamer Projekte sowie der fachliche Erfahrungsaustausch bei der Bewahrung, Pflege und Vermittlung des anvertrauten Kultur- und Naturerbes.

Bild: Das Gotische Haus im Wörlitzer Park. Foto: W. Gorsboth

Von Redaktion

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