Mosigkau/Wörlitz (md/wg). Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bietet am Donnerstag, dem 3. September, gleich zwei interessante Veranstaltungen an. Unter dem Motto „Held eigener Art – Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau“ gibt es eine Führung durch Schloss Mosigkau, Treffpunkt ist um 17 Uhr am Gartenreichladen. Kosten pro Person: 12 Euro. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bittet die Kulturstiftung um eine vorherige Anmeldung per Mail an: schloss-mosigkau@gartenreich.de oder unter Tel.: 0340/502 55 721.
Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676–1747), auch als der „Alte Dessauer“ bekannt, ist bis heute eine ambivalente Figur. Eine thematische Führung soll sich nun, im Jahre des 350. Jubiläums seiner Geburt, mit dem Mann beschäftigen, den seine Zeitgenossen unter anderem für seine Militärreformen und Siege auf den Schlachtfeldern Europas bewunderten. Gleichzeitig legte Leopold I. keinen Wert auf Standeskonventionen und entschied sich für eine Liebesheirat mit der bürgerlichen Anna Luise Föhse, die während seiner häufigen Abwesenheit für ihn regierte.
Weilte Leopold I. bei seinem Regiment teilte er die Kost und Strapazen des Soldatenlebens, was ihn in der Armee beliebt machte, obwohl er auch kleinste Vergehen brutal bestrafen ließ. Weniger bekannt sind die Neuerungen, die er rigoros in Anhalt-Dessau umsetzte. Er entmachtete den Stadtrat, reformierte das Steuerwesen, legte neue Vorwerke und Dörfer an, förderte die Errichtung von Manufakturen und gewährte Glaubensflüchtlingen Schutz. Diesen verschiedenen Aspekten des Lebens und Wirkens Leopold I., den Theodor Fontane mit einem Augenzwinkern „Held eigner Art“ nannte, spüren Liane Janzen und Dr. Jana Kittelmann von der Abteilung Schlösser und Sammlungen nach.
Die zweite Führung unter dem Thema „Schloss im alten Glanz“ bietet im Schloss Wörlitz eine Führung vom Souterrain bis zum Mezzanin. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Freitreppe, Kosten pro Person: 12 Euro. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Anmeldung per Mail an: schloss-woerlitz@gartenreich.de oder unter Tel.: 034905/40 920 gebeten.
Nachdem 1769 der Grundstein für den Bau gelegt wurde, konnte das Schloss Wörlitz bereits 1773 feierlich eröffnet werden. Dieser vierjährigen Bauzeit steht eine 20 Jahre währende, vollumfängliche Restaurierungsphase gegenüber: Zwischen 2000 und 2020 arbeiteten 50 Restauratoren, sieben Restauratoren im Handwerk und etwa 20 weitere verschiedene Firmen daran, dem Gründungsbau des Klassizismus auf dem europäischen Festland wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Robert Hartmann, Leiter der Abteilung Baudenkmalpflege der Kulturstiftung, wird bei einem Rundgang durch die Etagen die wichtigsten und spannendsten Erkenntnisse über das Schloss näherbringen, die während der Sanierung gewonnen wurden. Foto: ©KsDW/Heinz Fräßdorf


