Di.. Sep. 1st, 2026

Wittenberg (md/wg). „30 Jahre. 6 Stätten. EIN Welterbe“: Das Lutherhaus in Wittenberg steht ab dem 7. September im Mittelpunkt des Welterbejubiläums der Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg. Angeboten werden Führungen zu Grabungsarbeiten im Erdgeschoss des Hauses, die einmalige Einblicke gewähren, ein Kinderfest und die Vorstellung eines neuen Buches über Luthers Hund Tölpel. Das Lutherhaus wird seit Anfang 2025 energetisch saniert und touristisch weiter erschlossen. Die Wiedereröffnung mit einer neuen Dauerausstellung ist für Ende 2027 geplant.

Im Lutherhaus verbrachte der Reformator Martin Luther 35 Jahre und damit die längste Zeit seines Lebens, zuerst als Mönch, dann als Ehemann und Familienvater. Im Rahmen der Sanierung des größten reformationsgeschichtlichen Museums der Welt konnten bereits umfangreiche Baumaßnahmen realisiert werden, etwa die energetische Sanierung des Dachgeschosses, die Ertüchtigung der Heizungsanlage und die Sanierung der historischen Holzbalkendecke. Für den Neubau des Eingangsgebäudes zur neuen Dauerausstellung wurde kürzlich der Grundstein gelegt – die Arbeiten dort sind in vollem Gange.

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Führungen zu Grabungsarbeiten

Bei Sanierungsarbeiten im Erdgeschoss des Lutherhauses wurden historische Böden u. a. aus der Lutherzeit freigelegt, die für die Öffentlichkeit noch nie sichtbar gewesen sind und demnächst weitgehend wieder verschlossen werden. Am 7. September (16-18 Uhr), 9. September und 16. September (jeweils 17 und 18 Uhr) sowie am Tag des offenen Denkmals (13. September, 10-18 Uhr, außer 12 Uhr) werden kurze Führungen für die Öffentlichkeit angeboten. Dafür wurde ein Steg aufgebaut, der einen sicheren und barrierefreien Laufweg garantiert.

Die Teilnahme ist kostenfrei, am Ende werden Spenden für das Kinderhospiz in Wittenberg gesammelt. Anmeldung erforderlich an service@luthermuseen.de oder Tel. 03491/42 03 171. Die Plätze je Führung sind begrenzt. Besucherinnen und Besucher können „Botschaften für die Ewigkeit“ aufschreiben und in eine Kassette werfen, die in Kürze im Boden des Lutherhauses eingemauert wird. Am Denkmaltag gibt es zudem eine musikalische Umrahmung im Lutherhof und kulinarische Angebote durch das Restaurant „von Bora“.

Workshop zum Weltkindertag

Ein weiterer Höhepunkt im Welterbemonat ist ein Programm der Kulturellen Bildung der LutherMuseen zum Weltkindertag am 19. September ab 14 Uhr für Kinder aus der Grundschule. Es steht unter dem Motto „Martins größter Schatz“ und führt die jungen Besucher zu Schätzen der Ausstellung „Buchstäblich Luther. Facetten eines Reformators“. Im anschließenden Workshop werden selbst Schätze gebastelt. Die Teilnahme kostet drei Euro, Anmeldung unter bildung.wittenberg@luthermuseen.de oder Tel. 03491/42 03 116.

Am Donnerstag, 1. Oktober, stellt der frühere Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Dr. Stefan Rhein, sein neues Buch vor, das sich unter dem Titel „Tölpels Treue“ dem legendären Hund des Reformators widmet. Beginn im Glasverbinder des Augusteums im Lutherhof ist um 18.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung an service@luthermuseen.de oder Tel. 03491/42 03 171.

Hintergrund: Das Lutherhaus in Wittenberg

Kein anderer Ort ist so eng mit dem Leben und Wirken Martin Luthers verbunden wie das Lutherhaus in Wittenberg. Ursprünglich als Kloster der Augustiner-Eremiten errichtet, entwickelte sich das sogenannte „Schwarze Kloster“ zu einem der bedeutendsten Schauplätze der Reformation. Im Lutherhaus entstanden zahlreiche seiner wichtigsten Schriften. Hier arbeitete er an der deutschen Bibelübersetzung und entwickelte Ideen, die Kirche, Gesellschaft und Bildung nachhaltig veränderten. Durch seine Heirat mit Katharina von Bora im Jahr 1525 erhielt das ehemalige Kloster eine neue Bedeutung. Aus dem Mönchskonvent wurde ein lebendiger Familienhaushalt, der als Vorbild für das evangelische Pfarrhaus galt.

Das Herzstück des Lutherhauses ist die berühmte Lutherstube. Als einer der authentischsten Räume der Reformationszeit vermittelt sie bis heute eine außergewöhnliche Nähe zu ihrem berühmten Bewohner. Hier empfing Luther Gäste, diskutierte und debattierte mit Gelehrten. Die berühmten Tischreden, die bis heute wichtige Einblicke in Luthers Denken geben, haben hier ihren Ursprung. Kaum irgendwo sonst ist seine Präsenz so unmittelbar zu spüren wie an diesem Ort, der über Jahrhunderte hinweg nahezu unverändert bewahrt wurde.

Bild: Freigelegter Boden im Erdgeschoss des Wittenberger Lutherhauses. Foto: (c)Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt/Johannes Killyen

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