Region (md/aw). Die AOK Sachsen-Anhalt hält ihren Zusatzbeitrag auch 2027 bei 2,89 Prozent. Damit bleibt der Gesamtbeitrag ab 1. Januar bei 17,49 Prozent. Die größte Krankenkasse des Landes gibt ihren mehr als 850.000 Versicherten damit frühzeitig Planungssicherheit.
Gleichzeitig steht die gesetzliche Krankenversicherung weiterhin unter erheblichem finanziellen Druck. Die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung steigen deutlich schneller als die Einnahmen. Besonders die Kosten für Krankenhäuser und Arzneimittel haben sich erhöht. Hinzu kommen die Auswirkungen des demografischen Wandels, die in Sachsen-Anhalt besonders deutlich zu spüren sind.
Die Bundesregierung will mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz gegensteuern. Das Maßnahmenpaket soll den Kostenanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung bremsen und die Ausgaben wieder stärker an die Einnahmen koppeln. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sollen dadurch im kommenden Jahr rund 19 Milliarden Euro eingespart werden.
Die AOK Sachsen-Anhalt geht davon aus, dass die beschlossenen Maßnahmen Wirkung zeigen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Bundesregierung den eingeschlagenen Kurs konsequent fortsetze. Nur so könnten die Beiträge auch langfristig stabil gehalten werden.
Für die Versicherten soll sich dabei nicht nur beim Beitrag nichts ändern. Die AOK verweist zugleich auf ihre persönliche Beratung vor Ort, umfangreiche Leistungen und digitale Angebote.
Für dauerhaft stabile Beiträge seien jedoch weitere Schritte notwendig, betont die Krankenkasse. Das Gesundheitswesen müsse effizienter werden und die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung auf eine solidere Grundlage gestellt werden. Die AOK fordert unter anderem eine niedrigere Mehrwertsteuer auf Arzneimittel sowie eine kostendeckende Finanzierung der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldbeziehenden durch den Bund. Deshalb beteiligt sie sich auch an der Klage der gesetzlichen Krankenkassen gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Finanzierung.
Der Beitragssatz setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem individuellen Zusatzbeitrag zusammen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich beide Beiträge jeweils zur Hälfte. Für AOK-Versicherte in Sachsen-Anhalt bleibt der Gesamtbeitrag damit auch 2027 bei 17,49 Prozent.
Die AOK Sachsen-Anhalt betreut nach eigenen Angaben mehr als 850.000 Versicherte und rund 57.000 Arbeitgeber. Mit einem Marktanteil von mehr als 42 Prozent ist sie die größte regionale Krankenkasse im Land.
Foto: AOK


