Dessau (md/wg). Der Audio- und Videowalk „Unsichtbares Bauhaus Dessau“ der Stiftung Bauhaus Dessau ist für den Grimme Online Award 2026 in der Kategorie Kultur und Unterhaltung nominiert. Dies wurde am 10. Oktober im Rahmen des re:publica x New Fall Festivals im NRW-Forum Düsseldorf bekannt gegeben. Der Grimme Online Award würdigt publizistische und innovative Qualitätsangebote im Netz; die Nominierten wurden im Rahmen einer eigenen Session auf der re:publica vorgestellt.
„Unsichtbares Bauhaus Dessau“ rückt Orte und Geschichten in den Mittelpunkt, die im Stadtbild heute vielfach nicht mehr sichtbar sind, für die Ankunft und Etablierung des Bauhauses in Dessau jedoch eine zentrale Rolle spielten. Der Video- und Audiowalk führt zu den ersten Arbeits-, Lebens- und Begegnungsorten von Bauhausmeistern, Studenten und Akteuren nach dem Umzug von Weimar nach Dessau im Jahr 1925. Er verbindet historische Fotografien und Archivmaterial als filmische Erzählungen und Audios zu einer digitalen Entdeckungsreise durch die Stadt.
Über QR-Codes an ausgewählten Stationen im Dessauer Stadtraum können Besucher die Inhalte direkt vor Ort mit dem Smartphone abrufen. Erzählt werden unter anderem Geschichten rund um die Kunstgewerbe- und Handwerksschule, die Kunsthalle und Fabrik Seiler, die Kavalierstraße sowie das frühere Gebäude des „Volksblatt für Anhalt“. Ein weiterer Audiowalk folgt den Spuren von Paul Klee vom Meisterhaus Kandinsky/Klee in das Georgium in Dessau.
„Die Nominierung für den Grimme Online Award ist eine großartige Anerkennung“, erklärt Dr. Barbara Steiner, Direktorin und Vorstand der Stiftung Bauhaus Dessau. „Mit ‚Unsichtbares Bauhaus Dessau’ erweitern wir den musealen Raum. Gerade in Zeiten intensiver Debatten um demokratische Erinnerungskultur holt dieses Projekt die Geschichte dorthin zurück, wo sie hingehört: mitten in den Alltag der Menschen. Es macht das Bauhaus-Erbe im Stadtraum als lebendigen, zeitgemäßen Erlebnis- und Diskursraum für alle zugänglich.“
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit navos create und in Kooperation mit dem Stadtmarketing Dessau-Roßlau. Konzeption, Gestaltung und Produktion übersetzen die wissenschaftlich fundierten Inhalte in ein digitales, ortsbezogenes Erzählerlebnis. So wird das Bauhaus nicht nur als Architekturgeschichte vermittelt, sondern als Teil der Stadt, ihrer Alltagsorte und ihrer gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.
„Seit mehr als 100 Jahren sind die Ideen des Bauhauses weltweit eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration – nicht nur für uns als Gestalter“, berichtet Toby Mory, Head of Motion navos create. Mit „Unsichtbares Bauhaus Dessau“ habe man diese Faszination einem breiteren Publikum zugänglich machen wollen und den Blick auf die Orte, Geschichte und Menschen erweitert, die das Bauhaus in Dessau geprägt hätten. „Wenn unser Projekt dabei Mut macht und Lust auf eine offene, positive Zukunft weckt, wäre das für uns die schönste Würdigung“, betont Mory. Daher sei die Nominierung für den Grimme Online Award eine ganz besondere Freude und Anerkennung. Foto: Stiftung Bauhaus


