Wörlitz (md/wg). Unter dem Titel „Begehbare Enzyklopädien? Wörlitz und andere Gärten als Wissensräume des 18. Jahrhunderts“ findet am 15. und 16. Oktober 2026 ein wissenschaftlicher Workshop im Küchengebäude am Schloss Wörlitz statt. Der Workshop ist eine gemeinsame Veranstaltung der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz (KsDW) und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) und wurde von Dr. Jana Kittelmann (KsDW) und Dr. Franziska Knoll (LDA) konzipiert. Die Teilnahme ist kostenlos. Da die Teilnehmeranzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung unter jana.kittelmann@gartenreich.de gebeten.
Wie viele im 18. Jahrhundert entstandene Landschaftsgärten stellt auch Wörlitz keinen rein dekorativen Lustgarten dar. Vielmehr kann der Garten als begehbare Enzyklopädie verstanden werden, in der Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau das Wissen seiner Zeit festgehalten hat. In die Gestaltung der Wörlitzer Gartenlandschaft integrierte Fürst Franz unter anderem Anspielungen auf Reiseeindrücke, Zitate aus der Kunst- und Literaturgeschichte, aber auch moralische Belehrungen und Bezüge auf zeitgenössische wissenschaftliche Debatten.
So entstanden verschiedene Bedeutungsebenen, die den Garten zu einer lesbaren Landschaft formen, deren Sprache es sich zu entschlüsseln lohnt. Im Workshop sollen anhand von Fallstudien Formen und Möglichkeiten der Codierung und Präsentation verschiedener zeitgenössischer Wissensbereiche, Debatten und Themenfelder untersucht werden. Zudem sollen auch diverse Praktiken der Generierung und Vermittlung von Wissen – wie z. B. Lesen, Gehen bzw. Spazieren, Beobachten, Botanisieren oder Kartografieren – Beachtung finden. In Vorträgen werden dabei unterschiedliche Themenfelder eröffnet, die im Anschluss mit den Teilnehmern diskutiert werden.
Bild: Die Rousseau-Insel im Wörlitzer See wurde 1782, vier Jahre nach dem Tod des französischen Philosophen, zu seinem Gedenken geschaffen. Foto: W. Gorsboth


