Wittenberg (md/aw). Seit Juli 2025 setzt die Klinik Bosse Wittenberg Virtual-Reality-Brillen erfolgreich in der Rehabilitation ein. Drei Geräte unterstützen seither Patienten auf Station sowie in der Physio- und Ergotherapie. Ziel ist es, Bewegungsabläufe zu verbessern, die Motivation zu steigern und kognitive Fähigkeiten gezielt zu fördern.
In 30-minütigen Therapieeinheiten trainieren Patienten in virtuellen Spielwelten alltagsnahe Abläufe wie Brot schneiden, Eier braten oder Geschicklichkeitsspiele. Die Anwendungen fördern Hände, Arme und Oberkörper – und sorgen zugleich für mehr Freude an der Therapie.
Eingesetzt wird die Technik unter anderem bei Schlaganfall, Parkinson, Multipler Sklerose und in der Frührehabilitation. Besonders positiv: Die Akzeptanz der Patienten ist hoch, selbst anfängliche Skepsis weicht oft schnell. „Die Motivation ist deutlich höher als bei klassischen Übungen“, sagt Ergotherapie-Leiterin Elke Bittner.
Ein besonders bewegender Erfolg gelang bei einem ALS-Patienten: Nach anfänglicher Ablehnung konnte er mit Hilfe der VR-Therapie plötzlich wieder die Arme anheben. Für die Klinik ist das Projekt ein wichtiger Schritt in die Zukunft: Langfristig sollen rund 30 Prozent der Behandlungen durch VR unterstützt werden.

