Mittwoch, 29.04.2026

Wittenberg (md/wg). Paul Gerhardt war einer der wichtigsten deutschen Lieddichter und hat Texte geschrieben, die unsterblich geworden sind. Die LutherMuseen erinnern mit einem musikalischen Vortragsabend am Dienstag, dem 5. Mai, um 18.30 Uhr im Garten des Melanchthonhauses an den 350. Todestag des großen Barockdichters. Referentin ist die Paul-Gerhardt-Expertin Wilma Deißner aus Gräfenhainichen. Dazu spielt das Bläserensemble „Paul’s Brass Factory“ Vertonungen von Paul-Gerhardt-Texten im modernen Gewand. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter service@luthermuseen.de oder 03491/4203-171 wird gebeten.

Paul Gerhardt wurde 1607 in Gräfenhainichen geboren und ist 1676 in Lübben im Spreewald gestorben. Er hat die evangelische Liederdichtung nach Martin Luther entscheidend geprägt und schuf mehr als 130 geistliche Lieder, die bis heute beliebt und in Gesangbüchern enthalten sind. Zu seiner Zeit war er ein regelrechter Popstar. Besonders berühmt sind seine Liedtexte „Du, meine Seele, singe!“, „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ oder „Befiehl du deine Wege“.

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Seine Dichtung verbindet tiefen Glauben mit einer bilderreichen, persönlichen Sprache. So wurden seine Lieder nicht nur zu wichtigen Werken der Religionsgeschichte, sondern auch zu Klassikern der deutschen Lyrik. Bemerkenswert ist Gerhardts unerschütterlicher Glaube trotz zahlreicher Schicksalsschläge in der Zeit des 30-jährigen-Krieges.

Der Vortrag von Wilma Deißner zeichnet Weg, Werk und Wirkung Paul Gerhardts nach, beginnend mit der Kindheit und weiter zu den Lebensstationen in Grimma, Wittenberg, Berlin, Mittenwalde, wieder Berlin, und schließlich Lübben. Er wirkte u. a. als Hauslehrer und Pfarrer. Deißner berichtet auch über die Paul-Gerhardt-Pflege in Gräfenhainichen, wo das Erbe des großen Sohnes der Stadt lebendig gehalten wird.

Wilma Deißner wurde in Golpa bei Gräfenhainichen geboren und war als Mitarbeiterin für Stadtgeschichte in Gräfenhainichen für die Aufarbeitung und das Erbe Paul Gerhardts verantwortlich. Sie hat mit der Herausgabe von Broschüren, CDs, DVDs und einem Buch Paul Gerhardt über die Grenzen Deutschlands hinaus bekanntgemacht. 2003 gründete sie den Paul-Gerhardt-Freundeskreis und hat seitdem dessen Vorsitz inne. Sie war von 2004 bis 2024 Stadträtin, leitete viele Jahre den Kulturausschuss und war in zwei Wahlperioden Ortschaftsrätin.

Für den Freibergverlag Dresden schrieb Deißner Kurzgeschichten. Seit 2011 ist sie Mitglied der AG „Straße der deutschen Sprache“ in der „Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft“ und seit 2019 Sprecherin der AG für das Land Sachsen-Anhalt. Der Vorstand der Paul-Gerhardt-Gesellschaft Berlin verlieh ihr 2019 den Ehrenbrief, sie wird als „Paul-Gerhardt-Botschafterin“ gewürdigt. Auch für das Jahrbuch der Dübener Heide 2026 schrieb sie anlässlich des 350. Todestages von Paul Gerhardt einen Beitrag. Foto: W. Gorsboth/Archiv

Von Redaktion

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