Mittwoch, 29.04.2026

Wittenberg (md/wg). Abhängig von der Witterung werden voraussichtlich von Anfang bis Mitte Mai 2026 insgesamt 1.021 Eichen in der Lutherstadt Wittenberg mittels Sprühverfahren über Bodenfahrzeuge gegen den Eichenprozessionsspinner behandelt. Die Bäume stehen auf Flächen für die Allgemeinheit wie in öffentlichen Grünanlagen, Straßenzügen, Kitas, Schulen und auf Friedhöfen.

Aus Naturschutzgründen werden die beiden Abschnitte des überregional bedeutsamen Elberadweges im Bereich Griebo sowie Wittenberger Luch/Luthersbrunnen auch in diesem Jahr nicht besprüht, da diese Flächen im bzw. an der Grenze zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) sowie Biosphärenreservat liegen. Sollte es dort im Jahresverlauf zu einem Befall kommen, werden die Nester manuell abgesaugt.

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Zum Einsatz kommt das biologische Präparat Foray ES auf Basis von Bakterien (Bacillus thuringiensis). Dieses Biozid wirkt selektiv und schädigt ausschließlich Schmetterlingsraupen. Dadurch lässt sich ein schädigender Einfluss auf andere Insektenarten so gering wie möglich halten. Da es sich nicht um ein Kontaktgift handelt, sterben die Raupen nicht durch das Besprühen, sondern durch das Fressen der behandelten Blätter. Dieser Prozess kann bis zu zwei Wochen dauern.

Da es sich bei dem Präparat um ein biologisches, abbaubares Mittel handelt, welches keine schädigenden Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren hat, müssen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Dennoch weist die Stadt ihrer Bürger und Bürgerinnen darauf hin, dass sie während der Behandlung genügend Abstand halten und sich nicht unmittelbar dem Sprühnebel aussetzen.

Die Lutherstadt Wittenberg hat den Auftrag an die auf diesem Gebiet spezialisierte Fachfirma Enviro Pest Control GmbH übertragen. Die Auftragssumme beläuft sich auf insgesamt knapp 10.000 Euro. Die Kommunalservice GmbH übernimmt die Verkehrssicherung, Koordinierung und örtliche Einweisung. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung stellt das Land Sachsen-Anhalt seit 2019 anteilige Fördermittel zur Unterstützung der Kommunen zur Verfügung.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der sich in den vergangenen Jahren deutschlandweit stark ausgebreitet hat. Das verstärkte Auftreten kann auch für die Gesundheit des Menschen gefährlich werden. Ab dem dritten Larvenstadium besitzen die Raupen giftige Brennhaare, die bei Hautkontakt oder durch Einatmen zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Ausschlag, Augenreizungen oder Atemnot führen können. Foto: Adobe Stock

Von Redaktion

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