Wittenberg (md/wg). In Zusammenarbeit der Städtischen Sammlungen der Lutherstadt Wittenberg und dem Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung Wittenberg e.V. wird im Museum im Zeughaus, Juristenstraße 16a, am 5. Juni 2026 um 17 Uhr der Vortrag „Die Minderheit nebenan: Die Sorben und was sie mit uns zu tun haben“ angeboten. Der Eintritt zum Vortrag ist kostenfrei.
Außerhalb der Lausitz beschränkt sich die Wahrnehmung der sorbischen Minderheit zumeist auf Stereotype, etwa von Trachtenhauben und kunstvoll bemalten Ostereiern. Tatsächlich ist die nationale, kulturelle, sprachliche und gesellschaftliche Situation der Sorben sehr komplex. Der Wittenberger Namenforscher und Sorabist Christian Zschieschang, Mitarbeiter am Sorbischen Institut in der Zweigstelle Cottbus, betrachtet in diesem Vortrag Probleme und Kontroversen, aber auch kulturelle Aufbrüche und Prozesse. Mit Blick auf die Geschichte unserer Region soll nicht zuletzt auch die Frage eine Rolle spielen, was die Sorben mit Wittenberg bzw. was Wittenberg mit den Sorben verbindet.
Unter dem Titel „Vielfalt in Tradition und Wandel – Minderheiten und Volksgruppen Europas“ widmet sich die Ausstellung im Zeughaus den Menschen, deren Sprache keine anerkannte Amtssprache in der Europäischen Union ist, sondern zu den sogenannten Minderheitssprachen zählt. Viele dieser Sprachen sind in Europa größtenteils kaum bekannt. Mehr als 20 Minderheitssprachen werden in der Ausstellung in historischen Abbildungen und mit zahlreichen ethnographischen Objekten und Kunstwerken aus vier Jahrhunderten vorgestellt. Insbesondere die Geschichte und Kultur der Sorben schafft regionale Bezüge zur Geschichte Mitteldeutschlands und Wittenbergs, denn die sogenannte „wendische“ Sprache lässt sich in dieser Region vermutlich bis in die Frühe Neuzeit zurückführen. Foto: Wolfgang Gorsboth

