Coswig (md/wg). Mit dem modernisierten Herzkatheterlabor 3 am Evangelischen Herzzentrum Coswig wurde jetzt ein Meilenstein für die kardiologische und gefäßchirurgische Versorgung für Patienten der Region gesetzt. „Dank modernster Medizintechnik können wir zukünftig noch schneller, präziser und schonender diagnostizieren und behandeln“, sagt Dr. med. Robert Rainer Flieger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Coswiger Herzzentrum. 1,17 Millionen Euro Fördermittel aus dem Corona-Sondervermögen des Landes Sachsen Anhalt machten die Umbauarbeiten möglich.
Das erneuerte Herzkatheterlabor 3, eines von insgesamt 4 Katheterlaboren am Herzzentrum Coswig, verfügt über eine hochauflösende Bildgebungstechnologie, die eine besonders exakte Darstellung von Gefäßen ermöglicht. „Dies ist vor allem bei der Behandlung der sogenannten Schaufensterkrankheit – der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit pAVK – ein enormer Vorteil“, erklärt Dr. Flieger.
Bei dieser Erkrankung sind Arterien, die das Blut vom Herzen zu den Armen und Beinen transportieren, verengt oder verstopft, was zu Krämpfen oder Schmerzen in den Beinen bei Belastung und später auch in Ruhe führt. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Engstellen in den Gefäßen ist enorm wichtig, denn unbehandelt kann die pAVK zu schwerwiegenden Infektionen, Schädigungen am Gewebe oder sogar zur Amputation führen. Außerdem steigt das Risiko, dass die gestörte Durchblutung auch andere Herzerkrankungen nach sich zieht.
Umso erfreuter sind der Chefarzt und sein Team, dass für die Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung nun die besten Bedingungen im neuen Herzkatheterlabor zur Verfügung stehen: „Unser modernisiertes Labor entspricht jetzt der zweitbesten Reinheitsklasse für medizinische Eingriffsräume und liegt damit nur knapp unter den Anforderungen hochsteriler Operationssäle. Für viele minimalinvasive Eingriffe – wie sie im Herzkatheterlabor durchgeführt werden – stellt diese hohe Stufe der Luftreinheit einen besonders hohen Sicherheitsstandard dar. Sie trägt wesentlich dazu bei, das Risiko von Infektionen zu minimieren und gleichzeitig ein sicheres Arbeitsumfeld für das Team zu gewährleisten. Dies schafft optimale Bedingungen für eine sichere und präzise Behandlung – auch in der ambulanten Versorgung“, erklärt der Chefarzt.
Minimalinvasive Verfahren, die keinen stationären Aufenthalt im Krankenhaus notwendig machen, ermöglichen eine schonende Behandlung – mit deutlich kürzeren Erholungszeiten für die Patienten. Möglich war die Modernisierung des Herzkatheterlabors mit Fördermitteln aus dem Corona-Sondervermögen: insgesamt 2,3 Millionen Euro hatte das Herzzentrum erhalten, davon wurde ein Teil in einen neuen Computertomographen investiert und weitere 1,17 Millionen Euro flossen in die Modernisierung des Herzkatheterlabors 3.
„Wir investieren hier gezielt in die Zukunft der Herz- und Gefäßmedizin am Standort Coswig und damit auch in die Versorgung der Patientinnen und Patienten in der Region“, so Franziska Klimm, Geschäftsführerin des Evangelischen Herzzentrums Coswig. Mit dem Umbau des modernisierten Labors stärke das Herzzentrum Coswig seine Rolle als leistungsfähiger Gesundheitsversorger: „Wir möchten so ganz deutlich unser Engagement für eine hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung unterstreichen“, so die Geschäftsführerin.
Bild: Dr. med. Robert Rainer Flieger (rechts im Bild), Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Coswiger Herzzentrum, freut sich mit den Kollegen über das erneuerte hochmoderne Herzkatheterlabor 3. Foto: J. Pötzsch

