Freitag, 22.05.2026

Holzdorf (md/aw). Aufrüstung, Wehrpflicht und Verteidigungsfähigkeit prägen derzeit politische Debatten und viele Gespräche im Alltag. Auch der Lions Club Wittenberg wollte sich ein Bild von den aktuellen Entwicklungen bei der Bundeswehr machen. Deshalb nahm Präsident Prof. M. Stockmann einen Besuch des Bundeswehrstandortes Schönewalde/Holzdorf in das Jahresprogramm 2026 auf.

Am 12. Mai wurden die Mitglieder des Clubs in Holzdorf von Oberstleutnant Hackert, Kommandeur der Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64, sowie Oberstleutnant Dittmer, stellvertretender Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 3, empfangen. In einer ersten Einführung informierten die Offiziere über Struktur, Aufgaben und Zukunftsperspektiven des Standortes. Mehr als 2000 Menschen arbeiten und dienen dort – in Uniform und als zivile Beschäftigte.

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Fotos: Lions Club

Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs war die Besichtigung eines Transporthubschraubers vom Typ CH-53. Piloten und Techniker erläuterten ausführlich Einsatzmöglichkeiten, technische Anforderungen und die Herausforderungen ihres Arbeitsalltags. Anschließend demonstrierte ein EC135-Hubschrauber bei einem Landeanflug verschiedene Einsatzszenarien in Echtzeit.

Auch der Tower des Flugplatzes stand den Gästen offen. Dort erhielten die Lions interessante Einblicke in die anspruchsvolle Arbeit der Fluglotsen und konnten zugleich den weiten Blick über das Gelände des Bundeswehrstandortes genießen. Erläutert wurde zudem die enge Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und zivilen Feuerwehren bei der Erkennung und Bekämpfung von Waldbränden.

Überraschend war die Information, dass in Holzdorf auch junge Menschen zu Fluggerätemechanikern sowie Elektronikern für Geräte und Systeme ausgebildet werden – ohne selbst Angehörige der Bundeswehr sein zu müssen.

Im Anschluss an die Besichtigung entwickelten sich intensive Gespräche über die Rolle der Bundeswehr in der Gesellschaft, die Zukunftsperspektiven des Standortes Schönewalde/Holzdorf und die Erwartungen der Soldatinnen und Soldaten an ihre persönliche Entwicklung. Dabei wurde deutlich, dass Holzdorf künftig insbesondere im Bereich der Luftabwehr eine bedeutende Rolle einnehmen soll. Zugleich sehen viele Beteiligte darin Chancen für die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung der gesamten Region.

Auch persönliche Erfahrungen fanden Raum. Ältere Mitglieder des Lions Clubs berichteten über ihre Zeit in der Nationalen Volksarmee der DDR. In den Gesprächen wurde deutlich, wie grundlegend sich Selbstverständnis und Auftrag der heutigen Bundeswehr von denen der früheren NVA unterscheiden.

Die Erinnerung an die Hochwasserkatastrophen der Jahre 2002 und 2013 machte zudem deutlich, dass die Bundeswehr nicht nur der äußeren Sicherheit dient, sondern im Ernstfall auch unverzichtbare Hilfe bei Naturkatastrophen leistet.

Von Redaktion