So.. Mai 31st, 2026

Wittenberg (md/wg). Am Donnerstag, dem 4. Juni 2026, 19.30 Uhr, zeigt das Studiokino den Film „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ im großen Malsaal des Cranach-Hofes in der Schlossstraße 1. Der Eintritt an der Abendkasse kostet Euro. Der heimlich im Iran gedrehte Film des Filmemachers Mohammad Rasoulof war der deutsche Kandidat in der Kategorie für den Oscar als „Bester Internationaler Film 2025“. Im September 2022 wird im Iran die junge Kurdin Jina Mahsa Amini von der Sittenpolizei verhaftet und stirbt während der Haft. Es folgen landesweite Proteste, die das Mullah-Regime blutig niederschlagen lässt. Vor diesem Hintergrund inszenierte Rasoulof eine Familiengeschichte, die die Auswirkungen einer spannungsgeladenen Situation in einer zerrissenen Gesellschaft zeigt.

Der Film erzählt die Geschichte des strenggläubigen Ermittlungsrichters Iman, der während der politischen Proteste im Iran des Jahres 2022 Karriere macht. Er ist nun Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht in Teheran. Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft muss er aber Todesurteile unterschreiben, ohne die Anklageakte auch nur gelesen zu haben. In seiner Familie wird seine neue Funktion zunächst tabuisiert.

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Seine Töchter werden auf der Straße und an der Universität mit der staatlichen Gewalt konfrontiert, eine Freundin wird bei einer Demonstration Opfer einer Schrotladung und schwer im Gesicht verletzt. Die Töchter tauschen sich heimlich über soziale Netzwerke aus und haben daher einen ganz anderen Blick auf die Jina-Proteste und das, was in ihrem Land passiert, als es die offiziellen Abendnachrichten im Fernsehen darstellen. Es kommt zum offenen Konflikt in der Familie.

Als Imans Dienstwaffe verschwindet, verdächtigt der Mann auch seine Frau und die Töchter des Diebstahls – eine explosive Situation innerhalb wie außerhalb der Wohnung. Dort kann Iman zwar die Fenster und die Vorhänge verschließen, seine Frau aber nicht die Augen vor den Protesten auf den Straßen und vor der eigenen Haustür. Was passiert, wenn in einem totalitären Regime Menschen korrumpiert werden und die Familie als letzte Bastion vermeintlicher Sicherheit zerstört wird, zeigt dieser Film teils subtil, teils mit einer emotionalen Wucht, die lange nachwirkt.

Zeitgleich mit der Ankündigung von „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ für den Wettbewerb des wichtigsten Filmfestivals der Welt in Cannes wurde auch der Richterspruch bekannt, laut dem der iranische Regisseur Rasoulof wegen Kritik am Regime für acht Jahre in Haft muss. Auf halsbrecherische Weise gelang es ihm im letzten Moment über die Berge aus seiner Heimat zu fliehen. Nun wird er auf lange Zeit im Exil leben müssen. In den Tagen vor der Weltpremiere in Cannes sahen sich zudem Schauspieler und Mitarbeiter erheblichem Druck ausgesetzt, um den geflohenen Regisseur über diesen Umweg doch noch zu zwingen, den Film zurückzuziehen – dem Regime in Teheran gelang dies nicht. Foto: Veranstalter

Von Redaktion

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