Wittenberg (aw). Fußball, persönliche Geschichten und eine besondere Ankündigung: Beim zweiten Sporttalk der SG Blau-Weiß Klieken trafen bei Möbel-Mit Fußballtrainer Ede Geyer und Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff aufeinander. Organisiert wurde der Abend von Vereinsvorsitzendem Christian Dorn und Vizepräsident René Stepputtis.

Für einen besonderen Auftakt sorgten Bernhard Naumann als Luther und die Cheerleader-Gruppe Cheeky Snowcats. Die Zuschauer saßen auf den ausgestellten Polstermöbeln von Möbel-Mit. Die ungewohnte, gemütliche Kulisse sorgte für eine lockere Atmosphäre. Das Haus war voll, und das Publikum verfolgte den Sporttalk von Anfang bis Ende aufmerksam. Ein kurzer Film über Geyers Fußballkarriere erinnerte an wichtige Stationen seines sportlichen Weges.

Viertes Spiel gegen den Vatikan
Durch den Abend führte RTL-Moderator Andreas von Thien. Gleich zu Beginn verkündete er die wichtigste Nachricht: Das Wittenberger Benefizteam, das in diesem Jahr sein 26-jähriges Bestehen feiert, plant für den 17. September 2027 das vierte Benefizspiel gegen die Nationalmannschaft des Vatikans – diesmal in Rom. Die bisherigen Begegnungen gab es 2015, 2017 und 2022. 2015 verlor Wittenberg in Rom 0:1, 2017 gelang mit Ede Geyer als Trainer in Wittenberg ein 2:0-Sieg. 2022 folgte in Rom eine knappe 4:5-Niederlage.

Für das neue Spiel soll das Benefizteam noch stärker aufgestellt werden. Als Trainer wird erneut Geier an der Seitenlinie stehen. Auch Reiner Haseloff möchte das Team nach Rom begleiten und das Team unterstützen. Zudem wird über prominente Unterstützung gesprochen: Rudi Völler wurde angefragt und hat signalisiert, dass eine Teilnahme möglich wäre, sofern es sein Terminkalender im kommenden Jahr zulässt.

Geyer blickt auf seine Karriere zurück
Ede Geyer, der unter anderem Dynamo Dresden und Energie Cottbus trainierte, erzählte von wichtigen Stationen seiner langen Fußballkarriere. Mit Energie Cottbus gelang ihm der bemerkenswerte Weg aus kleinen Verhältnissen bis in die Bundesliga. Geyer war außerdem der letzte Trainer einer DDR-Nationalmannschaft. Für einen Schmunzler sorgte die Erinnerung, dass Geyer als einziger Bundesliga-Trainer für „5000 brutto“ arbeitete – so wurde es beim Sporttalk erzählt. Sein direkter und konsequenter Führungsstil wurde zu seinem Markenzeichen. Auch die deutsche Nationalmannschaft war Thema. Geyer forderte mehr Führung, Disziplin und eine klare Spielidee. Die Spieler müssten wieder stärker verinnerlichen, dass sie für die Mannschaft und ihr Land spielen.

Haseloff erinnerte auch an seine eigene Sportgeschichte. In seinem Heimatort Bülzig war er selbst in der Leichtathletik aktiv. Mit Frank und Christiane Wartenberg brachte der Ort zwei erfolgreiche DDR-Spitzensportler hervor. Frank gewann 1976 in Montreal Bronze im Weitsprung (8,18 Meter), Christiane holte 1980 in Moskau Silber über 1.500 Meter. Ihr deutscher Rekord über diese Distanz besteht bis heute. Beide saßen an diesem Abend im Publikum.

So blieb der Abend nicht nur beim großen Fußball. Geyer und Haseloff erzählten persönlich, offen und mit Humor aus ihrem Leben und ihrer sportlichen Vergangenheit. Andreas von Thien sorgte dabei immer wieder für neue Gesprächsimpulse.
Zum Schluss wurde es noch einmal persönlich. Haseloff betonte seine enge Verbindung zu Wittenberg. Seine Familie liegt seit Generationen auf dem Friedhof der Stadt. „Von Wittenberg wird mich keiner wegkriegen.“




