Dessau/Wörlitz (md/wg). Am 14. August 2026 ist in Dessau Joachim Landgraf (siehe Foto, rechts) mit 78 Jahren verstorben. Er war in einer Vielzahl von kulturpolitischen Vereinen und Organisationen tätig und hat mit seinem Ehrenamt auch zahlreiche kulturelle Einrichtungen in Zeiten der knappen Kassen stabilisiert.
Joachim Landgraf kam aus der Bezirksverwaltungsbehörde des Bezirks Halle, wo er für kulturelle Angelegenheiten vor der politischen Wende 1989/90 zuständig war. In der neu gebildeten Bezirksregierung Dessau übernahm er 1991 als Dezernent ebenfalls Aufgaben der Kulturpolitik. Landgraf wechselte 1997 als Verwaltungsleiter in das Anhaltische Theater Dessau, dessen Konsolidierung er damals intensiv vorangetrieben hat. Bis 2011 war er dort Verwaltungsleiter. Nach seiner beruflichen Tätigkeit widmete sich Landgraf kulturellen Einrichtungen und Organisationen in Dessau und Umgebung.
Ab 2004 war er Mitglied und von 2011 bis 2021 Geschäftsführer der „Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches“. Hier widmete er sich vor allem der Entwicklung des Kulturangebots im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ in Wörlitz. Unter seiner Führung verwandelte sich dieser zu einem kulturellen Mittelpunkt des Gartenreiches, in dem sich namhafte Künstler die Klinke in die Hand gaben. Vor allem seine umfangreiche Vernetzung in der Kunstszene öffnete Joachim Landgraf viele Türen.
Daneben engagierte er sich in der Kurt-Weill-Gesellschaft, ab 2014 auch als Direktor des Kurt-Weill-Zentrums Dessau, zudem war er im Vorstand des Förderkreises der Musikschule Kurt-Weill e.V. Eine Herzensangelegenheit war für ihn auch das Walter-Gropius-Gymnasium, die Theaterstiftung und das Bauhaus. Im Dezember 2013 erhielt er für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz aus den Händen Dr. Reiner Haseloffs, damaliger Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Eine zunehmende Krankheit zwang Joachim Landgraf in den letzten beiden Jahren, sich von seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten mehr und mehr zurückzuziehen. Foto: W. Gorsboth


