Wittenberg (md/wg). Nur vier Monate nach der feierlichen Grundsteinlegung ist beim Bau der neuen Familientagesklinik der Alexianer Klinik Bosse Wittenberg ein wichtiges Etappenziel erreicht: Am Freitag, dem 21. August 2026, wurde gemeinsam mit Handwerkern, Architekten, Fachplanern und Mitarbeitenden Richtfest gefeiert. Der Rohbau steht, der Richtkranz weht über dem Gebäude – nun kann der Innenausbau beginnen.
„Das hier ist in einem Rekordtempo entstanden und es ist ein echtes logistisches und handwerkliches Meisterstück, und dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar“, würdigte Petra Stein, Regionalgeschäftsführerin der Alexianer Sachsen-Anhalt, die bisherige Bauleistung. „Trotz Wind und Wetter sowie einzelner Hindernisse ist hier etwas ganz Besonderes für die psychiatrische Versorgung entstanden. Nun richtet sich der Fokus auf den Innenausbau, bevor wir Mitte kommenden Jahres die ersten Familien bei uns betreuen können.“
Dass dieses Tempo nur durch das Zusammenspiel vieler Beteiligter möglich war, unterstrich auch Ramona Gonszczyk von bc Architekten + Ingenieure GmbH, die das Projekt als Architektin und Bauleiterin begleitet. „Aus Plänen wurden Wände, aus Linien wurden Räume und aus den vielen Besprechungen ist ein Gebäude entstanden“, fasste sie den bisherigen Baufortschritt zusammen. Bauen sei echte Teamarbeit. Besonderer Dank galt den Handwerkern, die den Rohbau in bemerkenswert kurzer Zeit und teilweise unter extremen Bedingungen mit Hitze, Wind und Regen realisiert hatten sowie allen am Projekt beteiligten Händen.
Die neue Familientagesklinik wird künftig bis zu acht Familien gleichzeitig aufnehmen können. Das Besondere am Konzept: Eltern und Kinder werden gemeinsam aufgenommen und therapeutisch begleitet. So können Belastungen und Wechselwirkungen innerhalb des gesamten Familiensystems berücksichtigt und neue Wege für den gemeinsamen Alltag entwickelt werden.
Mit dem Richtfest wurde zugleich ein weiteres, bislang noch nicht sichtbares Stück Identität des neuen Hauses bekannt: Die Familientagesklinik wird künftig den Namen St. Monika tragen. Klinikseelsorger Andreas Güthling erläuterte in einem geistlichen Impuls die besondere Verbindung zwischen der Namensgeberin und dem Auftrag der neuen Einrichtung. Die Heilige Monika gilt als Schutzpatronin der Mütter und Ehefrauen sowie von Menschen in schwierigen Familienverhältnissen.
Darüber hinaus wird sie mit Geduld, Familienfrieden und der Sorge um Kinder verbunden. Damit steht sie in besonderer Weise für das, was in der neuen Familientagesklinik gelebt werden soll. Sie soll „ein Ort der Zuflucht, der Wegbegleitung, der Wegweisung und Orientierungshilfe“ werden – ein Haus, in dem neben den ernsthaften Gesprächen auch gespielt und gelacht werden darf und das vor allem „ein Ort der helfenden und heilenden Gemeinschaft“ sein soll.
Mehr als drei Millionen Euro Förderung
Die neue Familientagesklinik entsteht mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt. Für das Projekt stehen 3,6 Millionen Euro Fördermittel aus dem Corona-Sondervermögen zur Verfügung. Nach der Grundsteinlegung am 20. April und dem nun gefeierten Richtfest richtet sich der Blick auf die nächsten Bauabschnitte. Im Herbst stehen unter anderem Trockenbau-, Estrich-, Maler- und Bodenbelagsarbeiten an. Mitte 2027 sollen die ersten Familien in der neuen Familientagesklinik St. Monika betreut werden.


