Wittenberg (md/wg). Jedes Jahr vergibt die Cranach-Stiftung mindestens ein Stipendium für junge Künstlerinnen und Künstler, welches mit einer Aufwandsentschädigung und einem Aufenthalt mit offenem Atelier im Cranach-Hof in der Schlossstraße 1 verbunden ist. Dieses Jahr erhält die in Seoul, Südkorea, geborene Künstlerin Anna Choi das Stipendium. Das Cranach-Stipendium wird dank der Förderung des Landes Sachsen-Anhalt und der Lutherstadt Wittenberg finanziert.
Sie wird in der Zeit vom 31. August bis zum 4. Oktober 2026 an ihren künstlerischen Werken arbeiten und öffnet ihr Atelier täglich zwischen 13 und 17 Uhr. In dieser Zeit steht sie für Fragen von Besucherinnen und Besucher zur Verfügung, möchte ins Gespräch kommen, ihre Arbeit erklären oder die Menschen einfach nur für ihre Kunst begeistern. Am 24. September, 16 Uhr, lädt die Cranach-Stiftung Interessierte zu einem offenen Werkstattgespräch ein.
„Ich beginne meine Malarbeit im Wechselspiel von Vergessen und Erinnern in einem Zustand, in dem beides ineinanderfließt, ohne dass ich es bewusst steuere“, beschreibt Anna Choi ihren künstlerischen Ansatz. „Dabei lasse ich zu, dass sich die Spuren dieses Prozesses in meinen Bildern zeigen. Mich interessiert, was verschwindet, bleibt und entsteht – wenn ich ein Gemälde aus der Vergangenheit in die Gegenwart hole, wenn ich es hier betrachte, mich mit ihm verbinde und darauf reagiere.“
Anna Choi studierte von 2020 bis 2022 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und anschließend bis 2025 an der Universität der Künste in Berlin, wo sie noch immer lebt. Die Werke der Malerin sind zumeist Landschaften, in Öl auf Leinwand ausgeführt. Sie rufen Erinnerungen an vergangene Kunstepochen hervor und verweisen deutlich auf die Auseinandersetzung der Künstlerin mit den alten Meistern. Dennoch sind ihre Werke autark, lassen sich keinem der alten Stile zuordnen – es bleibt bei der Erinnerung, der Assoziation. Ihre Kunst ist eigenständig, bildet etwas Neues ab und zeigt ganz deutlich ihren Blick, den Blick der Künstlerin auf eine Landschaft. Foto: privat


