Mo.. Aug. 24th, 2026

Wörlitz (md/wg). Die wissenschaftliche Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission (DWK) 2026 widmet sich am 3. und 4. September im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ dem Thema „Jagd, Fürstenherrschaft und aufgeklärte Öffentlichkeit – Fürst Franz im Kontext des Alten Reiches“. Die Tagung ist öffentlich, die Teilnahme kostenfrei.

Die Jagd war in der Frühen Neuzeit ein Standesvorrecht des Adels. Für die meisten Adligen war sie wesentlicher Bestandteil ihres Lebensstils, eine mitunter täglich ausgeübte Praxis und zugleich ein Mittel zur Repräsentation von Status und Herrschaft. Als kollektives Betätigungsfeld des Hofes prägte die Jagd, die eine Vielzahl an Bedienten, Experten, aber auch erhebliche Teile der Untertanen einband und beschäftigte, den höfischen Alltag sowie die Lebenswelt zahlreicher Amtsträger, Bediensteter und Untertanen wie wenige andere Aktivitäten.

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Dies galt auch für den Fürsten Franz von Anhalt-Dessau und seinen Hof. Allerdings war die Jagdpraxis des Adels und der Fürsten im ausgehenden 18. Jahrhundert in die Kritik geraten – zum einen wegen der Schäden, die sie insbesondere auf landwirtschaftlichen Flächen hervorrief, zum anderen, weil Zweifel an deren Nützlichkeit und Sinnhaftigkeit zunehmend laut geäußert wurden. Die wachsende Bedeutung der politischen Öffentlichkeit führte auch und gerade auf dem Feld der adligen Jagd im Zeitalter der Aufklärung zu Anpassungen und Veränderungen.

Entsprechend soll auf der Jahrestagung der DWK das Thema der Jagd als Bestandteil adelig-fürstlicher Lebensführung ebenso wie der Herrschaftsrepräsentation in der Zeit der Aufklärung vergleichend und interdisziplinär diskutiert werden. Vier Aspekte stehen im Zentrum: Erstens die Praxis der Jagd und deren Organisation im Kontext höfischer Strukturen; zweitens die Debatte über die Jagd zwischen Gelehrsamkeit und politischer Öffentlichkeit; drittens die soziale und politische Bedeutung der Jagd im Sinne von Vergemeinschaftungsprozessen des Herrschers mit seinem persönlichen Umfeld; viertens die Jagd im Zusammenhang mit Fürstenherrschaft und Herrschaftsrepräsentation. Das Beispiel des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau wird dabei ebenso thematisiert wie andere Reichsfürsten und Territorien des Alten Reiches.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation der Dessau-Wörlitz-Kommission mit der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessenten werden gebeten, sich bis zum 1. September 2026 anzumelden per Mail an izea.thiele@uni-halle.de.

Bild: Martin Elias Ridinger (1730-1780), Der ohrlose Hirsch von 16 Enden, Kupferstich, 1765. Foto: ©KsDW/Heinz Fräßdorf

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