Seegrehna (aw). Seegrehna bekommt neue Impulse für das Dorfleben: Hinter der Kita „Landluft“ soll ein lebendiger Treffpunkt für Jugendliche entstehen, gleichzeitig sind die Bushaltestellen im Ort neu gestaltet worden. Oberbürgermeister Torsten Zugehör stellte die beiden Projekte gemeinsam mit Ortsbürgermeisterin Kathleen Köppe direkt vor Ort vor.

Der abschüssige Zugang zum Gelände hinter der Kita „Landluft“ in Seegrehna – hier soll künftig auch die geplante BMX-Strecke entstehen.
Fotos: Antje Weiß
Die Projekte sind Teil der Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2028. „Es ist wichtig, dass nicht nur die Kernstadt profitiert, sondern auch unsere Ortsteile spürbar aufgewertet werden“, betonte Oberbürgermeister Torsten Zugehör vor Ort. Im Mittelpunkt steht dabei ein neuer Jugendbereich hinter der Kita „Landluft“ – „ein Ort, der wirklich zu ihnen passt“, wie es hieß. Auf dem bereits vorhandenen Bolzplatz soll auf rund 2.000 Quadratmetern ein moderner Treffpunkt entstehen, der den Jugendlichen im Ort bislang fehlte.

Blick auf das große Gelände beim Vor-Ort-Termin in Seegrehna, auf dem der neue Jugendtreff hinter der Kita „Landluft“ entstehen soll.
Die Grundlage für die Planung bildete ein Workshop, in dem junge Seegrehnaerinnen und Seegrehnaer zwischen 7 und 14 Jahren ihre Ideen direkt einbringen konnten. „Die Kinder haben uns ganz klar gesagt, was sie wollen – und das nehmen wir ernst“, sagte Ortsbürgermeisterin Kathleen Köppe zufrieden. Besonders freue sie, dass die Vorschläge aus der Jugend so unmittelbar in die Planung übernommen wurden.
Geplant sind vielfältige Elemente, die den neuen Treffpunkt lebendig machen sollen: Sitzgelegenheiten, Fahrradstellplätze und eine kleine Mountainbike-Strecke gehören ebenso dazu wie eine Graffiti-Fläche für kreative Gestaltung. Auch ein Kiosk wurde angedacht – hier sei jedoch noch ein Betreiber zu finden. Bestehende Angebote wie der Basketballkorb und die Fußballtore sollen erhalten bleiben und sinnvoll in das neue Konzept eingebunden werden.
„Die Jugendlichen hier sind viel draußen unterwegs, oft mit dem Fahrrad, und sie suchen genau solche Orte, an denen sie sich unkompliziert treffen können“, sagt Heike Unger vom Träger ResoWitt, der den Jugendclub betreibt. Der neue Platz sei dafür ideal – gut erreichbar, aber dennoch ein eigener Bereich für die Jugendlichen. Auch die Nähe zum Jugendclub bewertet Unger positiv: „Die Wege sind kurz, und trotzdem können die Jugendlichen eigenständig draußen aktiv sein und ihre Freizeit gestalten.“
Auch zur Finanzierung erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör, dass die Initiative „Dorfleben nachhaltig gestalten“ gemeinsam mit der Stadtverwaltung entwickelt worden sei, um die Ortsteile stärker in die städtische Gesamtentwicklung einzubinden. Dafür sei im städtischen Haushalt für jede Ortschaft ein Sockelbetrag von 20.000 Euro vorgesehen, der durch eine einwohnerabhängige Aufstockung sowie Mittel aus den jeweiligen Ortschaftsbudgets und Spenden ergänzt werde. Insgesamt stünden so für Seegrehna rund 60.000 Euro zur Verfügung. Bereits etwa 10.000 Euro davon seien in die Neugestaltung der Bushaltestellen geflossen.

Die beteiligten Fotografen in der Bushaltestelle Mühlstraße vor dem Motiv der Dorfkirche von Julia Forkmann. Oberbürgermeister Torsten Zugehör bedankt sich mit Blumen für ihr Engagement.
Bushaltestellen werden zum Blickfang
Entlang der Wittenberger Straße, die im weiteren Verlauf in die Lindenstraße übergeht und sich über mehr als einen Kilometer durch den Ort zieht, befinden sich drei Bushaltestellen. Vorgestellt wurde exemplarisch die Haltestelle an der Mühlstraße, weitere Standorte liegen in Höhe des Friedhofs sowie am Hofgeestüt Bleesern.

Das Besondere an dem Projekt: Die Gestaltung stammt direkt aus dem Ort selbst. Über einen Fotowettbewerb wurden zahlreiche Motive aus Seegrehna gesammelt – von der Dorfkirche über das Hofgestüt bis hin zu Aufnahmen der Freiwilligen Feuerwehr.

„Wir wollten, dass die Haltestellen etwas erzählen – von den Menschen hier“, sagte Oberbürgermeister Torsten Zugehör. „Und genau das ist gelungen: Jeder erkennt sein eigenes Dorf darin wieder.“ Die Umsetzung erfolgte gemeinsam mit der Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH und regionalen Partnern. Vor Ort wurden die Wartehäuschen vorbereitet und anschließend künstlerisch gestaltet.

Die Bushaltestelle am Hofgestüt zeigt drei Motive: zwei Aufnahmen von Anja Hohlfeld sowie ein Bild der Freiwilligen Feuerwehr mit einem Fahrzeug auf dem Hofgestüt.
Zum Abschluss des Termins gab es noch eine persönliche Geste: Oberbürgermeister Zugehör überreichte den beteiligten Fotografen einen Blumenstrauß als Dank. „Ohne dieses Engagement wäre das Projekt nicht das geworden, was es heute ist“, sagte er.

Bürgermeisterin Kathleen Köppe zeigt an der neuen Bushaltestelle eine freie Scheibe, die künftig als „Schwarzes Brett“ für Informationen aus dem Ort dienen soll.

