Dessau (md/wg). „Schwanensee“ gilt als eines der bekanntesten Ballettstücke aller Zeiten, Ballettdirektor Stefano Giannetti nahm sich für Pjotr I. Tschaikowskis Klassiker die Probensituationen einer Ballettkompanie zum Ausgangspunkt für seine Inszenierung, ohne es aber an der Dramatik und Fülle von Tanz, Handlung und Musik fehlen zu lassen. Am Freitag, dem 29. Mai, 19.30 Uhr, ist das Stück im Großen haus des Anhaltischen Theaters zum letzten Mal in dieser Spielzeit zu sehen.
Obwohl Tschaikowski die Musik zu „Schwanensee“ lange vor seinen anderen Balletten „Dornröschen“ und „Nussknacker“ komponiert hat, erhielt dieses Ballett-Märchen erst nach seinem Tod die verdiente Aufmerksamkeit. Seit Marius Petipa und Lew Iwanow 1895 „Schwanensee“ zum Durchbruch verhalfen, fordert die dramatische Musik Choreographinnen und Choreographen sowie Tänzerinnen und Tänzer immer wieder heraus, diesen Inbegriff des klassischen Balletts neu zu denken und seine ganze Komplexität erfassend in leidenschaftliche Bewegung umzusetzen.
Genau dieser Entwicklungsprozess einer „Schwanensee“-Aufführung ist der Ausgangspunkt für Stefano Giannettis Choreographie. Eine Ballettkompanie befindet sich in den Proben zu einer „Schwanensee“-Premiere. Dabei vermischen sich Gefühle und Beziehungen von Tänzerinnen und Tänzer sowie dem Ballettmeister mit der Handlung des Balletts um die verzauberte Schwanenprinzessin, die nur durch bedingungslose Liebe eines Prinzen erlöst werden kann. Und irgendwann ist Fiktion nicht mehr von Realität zu unterscheiden.
Mit seiner neu entwickelten Inszenierung des größten Klassikers der Ballettgeschichte gibt Stefano Giannetti dem Publikum einen Einblick hinter die Kulissen eines Tanzensembles, deckt Emotionen und Intrigen auf und zeigt, wie eng diese mit dem künstlerischen Schaffen verbunden sind. Foto: ©Claudia Heysel

