Wörlitz (md/aw). Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am Mittwoch (27. Mai 2026) offiziell der Bau des neuen Besucherzentrums im UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz begonnen. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur und Denkmalpflege kamen dazu im Ensemble „Gelbes Haus“ in Wörlitz zusammen.

Unter den Gästen waren Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der Vorsitzende des Kuratoriums der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Rainer Robra, der Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Christoph Wulf, sowie Oranienbaum-Wörlitz’ Bürgermeister Maik Strömer.

Ministerpräsident Sven Schulze bezeichnete das Gartenreich als „besonderen Ort für Sachsen-Anhalt“, der weit über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit genieße. Mit dem neuen Besucherzentrum werde das Welterbe künftig noch besser erlebbar gemacht und zugleich der Tourismus in der Region gestärkt.

Das historische Ensemble rund um das sogenannte Gelbe Haus soll in den kommenden Jahren denkmalgerecht saniert, restauriert und modernisiert werden. Gemeinsam mit dem Ausstellungszentrum im Haus der Fürstin und dem neugotischen Marstall entsteht damit eine neue touristische und kulturelle Attraktion im Gartenreich.

Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2029 soll das Besucherzentrum zentrale Anlaufstelle für Gäste des Gartenreichs werden. Vorgesehen sind unter anderem Informationen zum UNESCO-Welterbe, touristische Angebote sowie Ausstellungen zu weiteren Welterbestätten der Region wie dem Bauhaus Dessau, den Luthergedenkstätten und dem Biosphärenreservat Mittelelbe. Auch die Touristinformation und die Museumspädagogik der Kulturstiftung sollen dort künftig untergebracht werden.
Harald Meller, kommissarischer Direktor der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, betonte, dass bewusst auf eine klassische Dauerausstellung verzichtet werde. Das Besucherzentrum solle vielmehr Ausgangspunkt für die Entdeckung des gesamten Gartenreichs sein.
Das Vorhaben ist Teil des Masterplans Bau- und Gartendenkmalpflege der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Bund und Land Sachsen-Anhalt stellen dafür gemeinsam insgesamt 150 Millionen Euro bereit, um bedeutende Bau- und Gartendenkmäler der Region langfristig zu sichern und zu revitalisieren.
Das Ensemble „Gelbes Haus“ blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits Fürst Franz von Anhalt-Dessau nutzte das Gebäude im 18. Jahrhundert als Wohnsitz. Später war dort unter anderem das erste von ihm gegründete Schullehrerseminar Deutschlands untergebracht. Die wechselvolle Baugeschichte des Ensembles soll bei der Sanierung sichtbar erhalten bleiben.

