Wittenberg (md/wg). Wenn mehrere Menschen in einer Familie an Krebs erkranken, stellt sich schnell die Frage: Ist das Zufall oder steckt eine erbliche Veranlagung dahinter? Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e.V. (SAKG) greift diese Frage in ihrer nächsten Online-Sprechstunde auf. Am Mittwoch, 11. November 2026, 15 bis 16.30 Uhr, informiert Dr. med. Ramona-Cristina Ababei, Fachärztin für Humangenetik aus Magdeburg, über erblich bedingte Krebsrisiken, genetische Beratung und mögliche Konsequenzen für die Früherkennung. Die Teilnahme ist kostenfrei und erfolgt online über Zoom. Anmeldungen unter 0340/250 87 810 oder info@sakg.de.
Die meisten Krebserkrankungen entstehen nicht aufgrund einer vererbten genetischen Veränderung. Fachleute gehen davon aus, dass etwa fünf bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf einer erblichen Veranlagung beruhen. Eine Häufung von Krebsfällen innerhalb einer Familie kann jedoch Anlass sein, genauer hinzusehen. Hinweise können beispielsweise sein, wenn mehrere nahe Verwandte an derselben oder miteinander verbundenen Krebsarten erkranken, eine Krebserkrankung in ungewöhnlich jungem Alter auftritt, eine Person im Laufe ihres Lebens an mehreren unterschiedlichen Tumoren erkrankt oder seltene Tumorerkrankungen innerhalb einer Familie auftreten.
Eine familiäre Häufung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine erbliche Veranlagung vorliegt. Auch gemeinsame Umwelt- und Lebensstilfaktoren oder zufällige Häufungen können eine Rolle spielen. In der Online-Sprechstunde erläutert Dr. med. Ramona-Cristina Ababei, wann eine humangenetische Beratung sinnvoll sein kann, wie eine genetische Untersuchung abläuft und welche Informationen sich daraus für Betroffene und ihre Angehörigen ergeben können. Dabei geht es auch um die Frage, welche Möglichkeiten der Früherkennung oder Vorsorge bei einem nachgewiesenen erhöhten Krebsrisiko bestehen. Die Teilnehmer können ihre eigenen Fragen einbringen und mit der Expertin sowie miteinander ins Gespräch kommen.


