Mi.. Juni 24th, 2026

Zschornewitz (md/aw). Wie kann die Erde auch für kommende Generationen bewohnbar bleiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich die „Nacht der Ideen“ am Donnerstag im Industriedenkmal Kraftwerk Zschornewitz. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung des Forum Rathenau und des Institut français Sachsen-Anhalt zu dem interdisziplinären Veranstaltungsformat, das Wissenschaft, Kunst und gesellschaftlichen Dialog miteinander verbindet.

Fotos:
Stiftung Luthergedenstätten in Sachsen-Anhalt, Uwe Schulze

Unter dem Motto „Bewohnbarkeit der Erde – Auf welchem Boden stehen wir?“ diskutierten Expertinnen und Experten gemeinsam mit dem Publikum über die Folgen des Klimawandels, den Umgang mit natürlichen Ressourcen und neue Formen des Zusammenlebens. Workshops, Vorträge und künstlerische Beiträge machten deutlich: Die Bewohnbarkeit der Erde ist kein selbstverständlicher Zustand, sondern ein empfindliches Gleichgewicht, das durch menschliches Handeln beeinflusst wird.

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„Die Zukunft ist nicht geschrieben. Sie ist das, was wir daraus machen“, sagte Gräfenhainichens Bürgermeister und Forum-Rathenau-Vorstand Enrico Schilling zur Eröffnung. Ortsbürgermeister Raik Busse hob die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts hervor. Martina Schön, Kraftwerksseniorin und stellvertretende Vorsitzende des Forum Rathenau, erinnerte daran, dass das historische Kraftwerk dank des Engagements vieler Beteiligter heute wieder ein lebendiger Ort der Begegnung sei.

Wissenschaftliche Impulse lieferten unter anderem Prof. Dr. Jérôme Gaillardet vom Institut de physique du globe de Paris und die Sozial- und Kulturanthropologin Dr. Janine Hauer von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gaillardet erläuterte die Störungen natürlicher Kohlenstoffkreisläufe durch den Menschen. „Wir haben die Kontrolle über das CO₂ verloren“, sagte er und warb für ein stärkeres Miteinander von Mensch und Natur. Hauer betonte, dass die Grenzen der Bewohnbarkeit ständig neu verhandelt werden müssten und verwies auf die Herausforderungen im Umgang mit Abfällen.

Für einen ungewöhnlichen Blick auf die großen Klimafragen sorgte der französische Autor und Theatermacher Frédéric Ferrer. Mit humorvollen Auszügen aus seinem „Atlas des Anthropozän“ zeigte er anhand von Kaninchen und Stechmücken, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt sind.

Von Redaktion