Mi.. Juni 24th, 2026

Pretzsch (md/wg). Kann es Frieden geben ohne Menschenrechte? Ohne nachhaltige und sozial gerechte Entwicklung für alle? Ohne Mitgefühl, Toleranz und Dialog? Ohne Freiheit? Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung „Gesichter des Friedens“, konzipiert vom Verein „Pro Peace mit Sitz in Bonn. Die multimediale Wanderausstellung ist vom 1. Juli bis 31. August 2026 in der Evangelischen Stadtkirche St. Nikolaus in Pretzsch zu sehen. Öffnungszeiten: Zu den Gottesdiensten und weiteren Veranstaltungen sowie nach Voranmeldung unter 0160/365 64 14.

Frieden bedeutet mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden entsteht im täglichen Miteinander – im Kleinen wie im Großen. Dafür setzen sich weltweit viele Menschen und Organisationen ein, aber allzu oft bleiben ihr Engagement und ihre Geschichten unsichtbar. Diese Ausstellung macht sie sichtbar. Vorgestellt werden zwölf Menschen, die sich für Frieden einsetzen, alle auf ihre eigene Art und Weise und in ganz unterschiedlichen Kontexten und Weltregionen. Sie alle verbindet, dass das Wort „Krieg“ für sie kein abstrakter Begriff ist. Sie haben ihn selbst erlebt. Viele mussten sogar aus ihren Heimatländern fliehen. Aus diesen persönlichen Erfahrungen heraus setzen sie sich heute für Frieden ein.

Werbung

Die Weltgemeinschaft hat sich im Jahr 2015 dazu verpflichtet, den Frieden zu fördern. In den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ist dies als eigenständiges Ziel verankert. Im Vorwort heißt es: Ohne Frieden kann es keine nachhaltige Entwicklung geben und ohne nachhaltige Entwicklung keinen Frieden. Doch wie können diese großen Worte mit Leben gefüllt werden? Ist eine Welt ohne Krieg möglich? Die Menschen, die in dieser Ausstellung vorgestellt werden, zeigen, wie jeder Einzelne sich für ein friedliches Miteinander und einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten einsetzen kann.

Diese Ausstellung macht nicht nur deutlich, wie vielfältig das Engagement für Frieden aussehen kann, sie zeigt auch die Vielfalt der Menschen hinter diesem Engagement, denn alle Porträtierten bringen eine internationale Geschichte mit. Manche haben in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung gesucht, andere kamen zum Studium oder aus beruflichen Gründen. Und damit sind sie nicht allein: Über drei Millionen Schutzsuchende sind in der Bundesrepublik registriert und mehr als ein Viertel der Bevölkerung hat eine Migrationsgeschichte (Statistisches Bundesamt, 2022).

Viele Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung bleiben den Ländern verbunden, die Teil ihrer Familiengeschichte sind, und engagieren sich humanitär oder politisch. Ihr Wissen und ihre persönlichen Netzwerke sind dabei von unschätzbarem Wert. Sie leisten wichtige Beiträge zu Frieden, Entwicklung und der Verwirklichung der Menschenrechte. Die Ausstellung würdigt dieses Engagement. Zu allen Porträtierten gibt es ein großformatiges Plakat und ein Video-Interview. Zwölf bewegende Geschichten laden zum Nachdenken ein und inspirieren dazu, selbst aktiv zu werden. Die meisten Interviews wurden im Juli 2023 geführt.

Bild: Judy Al Chalabi und Batoul Almahmoud. Foto: ©Pro Peace/Leon Sinowenka

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert