Wittenberg (md/wg). Anlässlich des Internationalen Museumstages am 17. Mai können Besucher die Ausstellungen im Zeughaus in der Juristenstraße 16a von 11 Uhr bis 17 Uhr kostenfrei besichtigen. Im Erdgeschoss des Museums befinden sich die sogenannten „Kronjuwelen“, die die Geschichte der Stadt Wittenberg exemplarisch darstellen. Mit dabei ist zum Beispiel eine „Riesenrippe“ aus der Reliquiensammlung Friedrichs des Weisen, ebenso die Amtskette des Oberbürgermeisters. Das Herzstück der Kronjuwelen und das echte Highlight der Ausstellung ist die mit viel Liebe zum Detail errichtete Miniaturansicht, die die Stadt im Jahr 1873 auf 20 Quadratmetern zeigt.
Im ersten Stockwerk des Museums für Stadtgeschichte befindet sich die Dauerausstellung „Wittenberg im Wandel der Jahrhunderte“ dort können sich Besucher anhand von über 400 originalen Exponaten auf eine Reise in die Geschichte begeben – von der Ur- und Frühgeschichte über das Mittelalter und die frühe Neuzeit bis hin ins Hier und Jetzt. Im zweiten Stockwerk können in der Dauerausstellung „Riemers Welt“ (siehe Foto) zahlreiche Ausstellungsstücke des bekannten Sammlers Julius Riemer bewundert werden mit Exponaten aus der ganzen Welt, wobei der Schwerpunkt auf Afrika und Ozeanien liegt. Auch die naturkundliche Abteilung ist überaus sehenswert, denn hier gibt es nicht nur Primaten und Reptilien zu sehen, sondern auch das Skelett eines Riesenalks.
„Vielfalt in Tradition und Wandel – Minderheiten und Volksgruppen Europas“ lautet der Titel einer Sonderausstellung im Erdgeschoss, die bis zum 28. Juni 2026 zu sehen ist. Abgesehen von heute 24 Amtssprachen werden in der Europäischen Union zahlreiche Minderheitensprachen gesprochen. Die neue Sonderausstellung widmet sich einigen dieser Bevölkerungsgruppen, von denen viele in den Mehrheitsgesellschaften Europas kaum bekannt sind.
Mehr als 20 sprachliche Minderheiten werden anhand historischer Abbildungen sowie zahlreicher ethnographischer Objekte und Kunstwerke aus vier Jahrhunderten vorgestellt. Besonderes Augenmerk gilt der Geschichte und Kultur der Sorben, die spannende regionale Bezüge zur Geschichte Mitteldeutschlands und Wittenbergs eröffnet. In der Wittenberger Gegend hielt sich die „wendische“ Sprache wahrscheinlich bis in die frühe Neuzeit hinein – ein Aspekt, der die Ausstellung auch für die regionale Geschichts- und Kulturvermittlung besonders relevant macht. Foto: W. Gorsboth

