Magdeburg (md/wg). Landesbischof Friedrich Kramer warnt vor dem Wegfall von Unterstützungs- und Hilfsangeboten für Frauen durch eine mögliche AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. Im Rückblick auf seine Sommertour unter dem Motto „Starke Stimmen – Frauen in Sachsen-Anhalt“ erklärt Kramer: „Wenn beispielsweise die Stellen für Gleichstellungsbeauftragte wegfallen, brechen Strukturen zusammen, mit heftigen Auswirkungen auf Frauen-Netzwerke und Hilfsangebote. Die Folge davon wäre, dass Gewalt gegen Frauen deutlich weniger öffentlich wahrgenommen werden kann. Von den schon heute oft unzureichenden Interventionsangeboten für Frauen mit Gewalterfahrung, insbesondere im ländlichen Raum, würden viele verschwinden, sollte die AfD ihr Programm umsetzen.“
Bei seinen Besuchen habe er vielerorts eine große Unsicherheit wahrgenommen, wie es nach der Landtagswahl mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten weitergehe. „Doch Angst und Sorge waren nicht die bestimmenden Gefühle, es waren auch Zuversicht und Hoffnung zu spüren“, sagt der Landesbischof. „Wenn wir eine menschenfreundliche Gesellschaft wollen, müssen wir Gesicht zeigen. Die Frauen in den Einrichtungen und Initiativen, die ich besucht habe, machen genau das. Sie tun dies durch kluges Networking, mit großer Empathie, viel Energie und beeindruckendem Selbstbewusstsein.“
Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl war es Landesbischof Kramer ein Anliegen zu hören, welche Themen Frauen derzeit besonders bewegen. Im Fokus stand dabei, was sie tagtäglich im gesellschaftlichen, kirchlichen und diakonischen Kontext leisten: von der Krisenintervention bei Gewalterfahrungen über das mutige Einstehen für Frauenrechte im gesellschaftlichen Diskurs, das Initiieren von Gemeinschaft in Zeiten von Vereinsamung bis hin zur Schaffung von Begegnungsräumen.
Auf der dreitägigen Tour vom 27. bis 29. Juli besuchte der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zwölf Gruppen und Einrichtungen wie beispielsweise den Landesfrauenrat, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weißenfels, ein Familienzentrum sowie Mitglieder des Queer-Feministischen-Netzwerks in Quedlinburg, die Gruppe „Frauen für Halberstadt“, die Frauengruppe der Kirchengemeinde Bitterfeld, das Mobile Team für psychologische Beratung in Frauenhäusern und die „Omas gegen Rechts“ in Halle.
In Schönebeck, Horburg sowie Bitterfeld war der Landesbischof jeweils zu einem Abendgebet bei der örtlichen Gemeinde mit einer anschließenden Gesprächsrunde unter dem Motto #VerständigungsOrte zu Gast. Pfarrerin Eva Lange von den Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland (EFiM), begleitete den Landesbischof auf seiner Sommertour. Foto: © Anne Hornemann


