Dessau (md/wg). Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Deutschland den „Tag des Friedhofs“. Der ist aber keinesfalls ein Grund zur Trauer. Mit dem Aktionstag machen Kirchen, Friedhofsgärtner und Bestattungsunternehmen auf die gesellschaftliche Bedeutung des Friedhofs sowie auf die Formen moderner Trauerkultur aufmerksam. Auch die evangelische Gemeinde in Dessau-Törten lädt am 19. September 2026 ein, den Friedhof in der Mösterstraße 53 zu besuchen.
Der Tag beginnt um 11 Uhr mit einer Andacht in der Kirche. Danach gibt es Zeit für Begegnung und Gespräche, Rundgänge über den Friedhof und auf den Turm und verschiedene Aktionsstände. Mit dabei sind das Anhalt-Hospiz und ein Steinmetz. Die Besucher erwarten unter anderem Informationen über Bestattungen, Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmachten. Um 13 Uhr spricht die ehemalige Krankenhausseelsorgerin Rosemarie Bahn zum Thema „Trauer“, um 14.30 Uhr stellt der Autor Andreas Hilger Persönlichkeiten vor, die auf dem Törtener Friedhof bestattet worden sind, unter anderem Siegfried Bethmann. Melodien des Dessauer Komponisten gibt es ab 16.30 Uhr in einem Konzert zu hören.
Hintergrund:
Der Friedhof in Törten ist nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern ein lebendiger Ort für Begegnungen. Auf dem naturnahen Friedhof finden sich auch immer wieder Menschen, die einfach die Natur genießen wollen und Ruhe suchen. Die Gemeinde ist bemüht, den Friedhof als einen Ort der Begegnung für Besucher noch interessanter zu gestalten. Neben dem Kunstprojekt „Standworte“ gibt es seit einigen Monaten das Projekt „Oase“ – ein Kirchencafe.
Die Kirche St. Peter stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist das älteste Kirchengebäude in Dessau. Seit über 400 Jahren werden auf dem Friedhof in Törten Begräbnisse beurkundet. Der traditionsreiche Gottesacker ist bis heute ein kirchlicher Friedhof und steht weiter für Beisetzungen zur Verfügung – unabhängig von Gemeindezugehörigkeit oder Konfession. Heute bietet der Friedhof etwa 700 Verstorbenen die letzte Ruhe. Darunter finden sich bekannte Namen wie der Maler Carl Marx (1911-1991), der Komponist Siegfried Bethmann (1915-1993) und der Schriftsteller Werner Steinberg (1913-1992). Foto: Christine Häcker.

