Sonntag, 03.05.2026

Wittenberg (aw). Bei bestem Frühlingswetter und mit Blick auf die historische Schlosskulisse in wurde das wöchentliche Pressegespräch am 28. April diesmal zur Bühne für eine besondere Premiere: Die Ortsfeuerwehr Pratau stellte ihre neue Drehleiterfahrzeug mit Rettungskorb vor – und machte dabei eindrucksvoll deutlich, wie sehr sich Technik und Sicherheit in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt haben.


Alt gegen neu im direkten Vergleich – besonders der abknickbare Rettungskorb des neuen Fahrzeugs sorgt für deutlich mehr Sicherheit und flexible Einsatzmöglichkeiten.
Fotos: Antje Weiß

Bürgermeister André Seidig ließ es sich nicht nehmen, das Fahrzeug persönlich zu übergeben. „Es ist wichtig, in den eigenen Bestand zu investieren“, betonte er und verwies auf die Gesamtkosten von rund 850.000 Euro. Ein großer Teil komme aus dem städtischen Haushalt, 270.000 Euro steuere das Land Sachsen-Anhalt bei. Dann folgte der symbolische Moment: Seidig überreichte den Schlüssel an Wehrleiter Thomas Janott. Für ihn ein besonderer Augenblick: „So etwas erlebt man nicht oft – für mich ist es sogar das erste neue Fahrzeug in meiner Zeit als Wehrleiter.“

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Warum die Neuanschaffung notwendig war, erklärte Dirk Bilke aus der Pratauer Wehr: Das bisherige Fahrzeug sei fast 30 Jahre im Einsatz gewesen. Eine anstehende Generalüberholung hätte hohe Kosten verursacht. „Da ist es sinnvoller, gleich in moderne Technik zu investieren“, so Bilke. Das neue Fahrzeug mit der technischen Bezeichnung DLK 23/12 wird in wenigen Tagen einsatzbereit sein.

Und die hat es in sich. Feuerwehrchef Christoph Kummer führte die Unterschiede direkt vor Augen. „Wenn man beide Fahrzeuge nebeneinander sieht, erkennt man sofort den Entwicklungssprung von rund 30 Jahren“, sagte er. Die neue Drehleiter erreicht eine Höhe von 23 Metern und eine Ausladung von 12 Metern. Besonders der sogenannte Knickarm sei ein großer Vorteil: „Damit kommen wir auch über Dachgiebel oder in verwinkelte Bereiche – das war früher so nicht möglich.“

Hinzu kommen zahlreiche Assistenzsysteme: Kameras, Sensoren und ein Bordcomputer unterstützen die Einsatzkräfte, sorgen für Stabilität und helfen, schneller die richtige Position zu finden. Auch die Sicherheit im Korb wurde deutlich verbessert. Statt wie früher rund 250 Kilogramm können nun bis zu 500 Kilogramm bewegt werden – also mehrere Personen gleichzeitig.

Wie sich das anfühlt, konnten die Gäste direkt erleben. Nach der Vorstellung wurden zunächst das alte und das neue Fahrzeug im Einsatz demonstriert – ein Vergleich, der die technischen Fortschritte sichtbar machte. Anschließend durften Vertreter der Presse und auch Bürgermeister Seidig selbst in den neuen Rettungskorb steigen. Natürlich gut gesichert ging es nach oben. „Man steht hier erstaunlich ruhig und sicher“, lautete das einhellige Fazit nach der Fahrt in luftiger Höhe.

Am Ende wurde deutlich: Es geht nicht nur um ein neues Fahrzeug, sondern um mehr Sicherheit für die Menschen in der Region. Oder, wie es Bürgermeister Seidig formulierte: „Diese Technik hilft uns, im Ernstfall schneller und besser zu helfen – und darauf kommt es an.“

Stadt Pokal der Kinder- und Jugendfeuerwehr

Wer die neue Technik einmal hautnah erleben möchte, hat dazu am 1. Mai beim Stadtpokal der Kinder- und Jugendfeuerwehren im Arthur-Lambert-Stadion in Wittenberg Gelegenheit. Unter dem Motto „Erleben, entdecken und mitmachen“ präsentieren sich von 9 bis 14 Uhr der Feuerwehrnachwuchs und die Einsatzkräfte der Stadt. Insgesamt engagieren sich derzeit 11 Kinder- und 14 Jugendwehren im Nachwuchsbereich – auch wenn diesmal nicht alle teilnehmen können. Umso wichtiger sei es, junge Menschen früh zu begeistern, betont Bürgermeister André Seidig, der gezielt auch Schulen und Kitas eingeladen hat.

Los geht es um 9 Uhr mit der Eröffnung, bevor ab 9.30 Uhr die Wettkämpfe starten – darunter Kinderstaffette, Löschangriff und Gruppenstaffette. Nach der Mittagspause um 12 Uhr folgt um 13.30 Uhr die Siegerehrung.

Ganztägig gibt es zudem viel zu entdecken: Feuerwehrfahrzeuge zum Anfassen, eine Pyrotechnik-Ausstellung sowie Hüpfburg und Mitmachangebote für Kinder und Familien. Für Verpflegung ist ebenfalls gesorgt.

Das Moto lautet: Vorbeikommen, zuschauen und begeistern lassen – und vielleicht schon bald selbst Teil der Feuerwehr werden.

Von Redaktion