Wittenberg (wg). Unter dem Motto „Meine Zukunft. Meine Ausbildung“ veranstaltet die Jugendberufsagentur (JBA) am 6. Mai von 9 bis 15 Uhr in der Exerzierhalle die nunmehr fünfte Ausbildungsmesse „Job.Läuft“. Im vergangenen Jahr konnte mit 62 Ausstellern und mehr als 1.000 angemeldeten Schülern ein neuer Rekord verzeichnet werden, der heuer noch getoppt werden dürfte: „Derzeit liegen circa 1.300 Anmeldungen von Schülern der Klassen 8 bis 12 vor“, informiert Alexander Baumbach, Pressesprecher des Landkreises Wittenberg. Um auch Schülern von außerhalb der Lutherstadt Wittenberg die Teilnahme zu ermöglichen, habe der Landkreis Busse gebucht.
Mehr als 60 Aussteller werden erwartet, damit ist die Kapazität sowohl in der Exerzierhalle als auch im Außenbereich ausgeschöpft. Auf der Messe sind nahezu alle Branchen vertreten, zudem die Bundeswehr, die Polizei Sachsen-Anhalt, der Bauernverband Wittenberg e.V., die Handwerkskammer Halle, die Kreishandwerkerschaft, die IHK Halle-Dessau, der Landkreis Wittenberg sowie die Städte Coswig und Wittenberg. Vier Hochschulen und drei Universitäten stellen ihre aktuellen Studiengänge vor, darunter die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Universität Potsdam und die Hochschule Anhalt. Ebenfalls dabei sind unter anderem die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, das Hauptzollamt Magdeburg und die Justiz Sachsen-Anhalt.
Azubis haben nach einer erfolgreichen Lehre gute Chancen auf eine feste Anstellung, vier von fünf werden von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Viele Betriebe sind darauf angewiesen, mit den ausgelernten Fachkräften altersbedingt ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen. Aber das gelingt nicht immer: Viele Jugendliche schaffen den Übergang von der Schule in den Beruf nicht oder brechen bei Problemen ihre Ausbildung ab, einige sind überfordert, anderen fehlt die Unterstützung der Familie. Jede abgebrochene Ausbildung bedeutet eine vertane Chance – für den Jugendlichen und für die Wirtschaft.
Der Fachkräftemangel betrifft inzwischen alle Branchen, entsprechend groß ist der Wunsch nach solchen Messen. Viele Jugendlichen wiederum sind in Sachen Berufswahl aufgrund des immensen Angebots oft ratlos. Die frühzeitige und praxisnahe Berufsorientierung ist deshalb ein zentraler Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und zur Stärkung der regionalen Bildungslandschaft im Landkreis Wittenberg. Vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen, zunehmender Anforderungen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes sowie heterogener Bildungsbiografien gewinnt eine systematisch aufgebaute und gut vernetzte Berufsorientierung für Schüler aller Schulformen weiter an Bedeutung.
Die Messe ist eine gute Gelegenheit, um sich einen umfassenden Überblick über die beruflichen Möglichkeiten zu verschaffen, es lohnt sich, vorbeizuschauen und sich inspirieren zu lassen. Wer möchte, kann von der Messe eine perfekte Bewerbungsmappe mit nach Hause nehmen: Die Berufsberater der Agentur für Arbeit bieten einen Check der Bewerbungsunterlagen an und es können kostenfrei professionelle Bewerbungsfotos gemacht werden. VR-Brillen laden zu einer virtuellen Berufsorientierung ein und im Innen- und Außenbereich motivieren ein Handwerkerparcours sowie Handwerkermobil und Infomobil der Polizei und Bundeswehr zum Anfassen, Sehen und Ausprobieren. Es gibt Mitmach-Aktionen, Gewinnspiele und einen Foodtruck.
Highlight in diesem Jahr ist der hochmoderne M+E-Truck, mit dem die Metall- und Elektroindustrie neue Maßstäbe in der Berufsinformation setzt. Jugendliche lernen an exemplarischen Arbeitsplätzen aus den M+E-Berufsfeldern technische Zusammenhänge kennen. So können sie unter anderem eine digitalgesteuerte CNC-Fräsmaschine programmieren und ein Werkstück selbst herstellen. Begleitet werden die Exponate durch interaktive Aufgabenstellungen und Hintergrundinfos auf Tablets. Der „BerufeScout“ auf dem mannshohen Touch-Monitor erklärt wichtige Inhalte zu den M+E-Berufen und zeigt das Ausbildungsangebot sowie freie Ausbildungsplätze von Unternehmen in der Region.
Die 2020 gegründete JBA wird von den Kooperationspartnern Landkreis Wittenberg, Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Ost und dem Jobcenter finanziert, vierter Partner ist das Landesschulamt. Die JBA ist die einzige Einrichtung ihrer Art in Deutschland, die eine Ausbildungsmesse organisiert, den Namen „Job.Läuft“ hat man sich gesetzlich schützen lassen. Die JBA ist ein zentraler Akteur in der beruflichen Orientierung junger Menschen und bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen Schule, Berufsberatung, Arbeitsmarkt und sozialen Unterstützungssystemen. Sie vereint die Kompetenzen verschiedener Institutionen unter einem Dach, um Jugendlichen einen nahtlosen Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium oder Beruf zu ermöglichen. Durch individuelle Beratung, Begleitung sowie die Vermittlung von Praktika und Ausbildungsplätzen unterstützt die JBA Schüler bei der Entwicklung realistischer beruflicher Perspektiven.
BU: Der M & E-Truck ist bei der Messe „Job.Läuft“ ein besonderes Highlight. Foto: ©IW Medien

