Wittenberg (wg). Ministerpräsident Sven Schulze wird am Dienstag, dem 30. Juni 2026, im Kloster Jerichow acht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreichen. Zu den Geehrten gehört auch Dr. med. Nikolaus Särchen (siehe Foto), Psychiatrischer Arzt i. R., in der Lutherstadt Wittenberg. Der 69-jährige Mediziner wird gewürdigt, weil er sich seit vielen Jahren in verdienstvoller Weise im Gesundheitswesen und im gesellschaftlichen Bereich engagiert. Mit dem Aufbau der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie in der Alexianer Klinik Bosse schuf er im Landkreis Wittenberg eine direkte, gemeindenahe psychiatrische Versorgung.
Chefarzt Dr. med. Nikolaus Särchen prägte über ein Vierteljahrhundert lang die psychiatrische Klinik in Wittenberg Sowohl das berufliche Wirken von Dr. med. Särchen als auch das gesellschaftliche Engagement sind getragen von einer christlichen Grundhaltung und dem Gedanken, dass sich das christliche Menschenbild und die Prinzipen der katholischen Soziallehre in christlich geprägten Einrichtungen wiederfindet. In seiner jahrzehntelangen Arbeit hat er immer zum Wohl der Patienten gehandelt und zu diesem Zweck auch die Strukturen der Klinik Bosse und der gesamten Gesundheitsversorgung des Landes verändert und verbessert.
Dr. med. Särchens Lebensleistung geht weit über seine beruflichen Pflichten und über das selbstverständliche Maß hinaus, dazu gehören Mut und Beharrlichkeit sowie ein klarerer Kompass als Arzt und auch als Christ, er hat zudem dem Gesundheitssystem in Wittenberg und im Land Sachsen-Anhalt starke Impulse verliehen. Dafür wurde der Mediziner bereits im September 2023 anlässlich seiner offiziellen Verabschiedung in der Alexianer Klinik Bosse vom damaligen Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff mit der Ehrennadel des Landes geehrt.
Als „Mann der ersten Stunde“ hat Dr. med. Särchen 1994 die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie in der Klinik Bosse Wittenberg aufgebaut. Am 1. November 1994 wurde unter seiner Leitung in der Puschkinstraße die psychiatrische Abteilung und Tagesklinik eröffnet, die damals über 18 stationäre und 20 tagesklinische Plätze verfügte, heute sind es 82 stationäre Betten auf vier Stationen und 32 tagesklinische Plätze. Er war maßgeblich am Aufbau der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung beteiligt, ebenso sorgte er für die Etablierung der Facharztausbildung im Haus und dafür, dass die Klinik Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist.
In den vergangenen Jahren baute die Alexianer Klinik Bosse ihre Angebote weiter aus: Mit der Eröffnung der Adoleszenzpsychiatrie im Frühjahr 2014 beschritt man auf Initiative von Dr. med. Särchen neue Wege. Als eines von nur wenigen Krankenhäusern in Deutschland behandelt die Klinik Bosse Wittenberg psychisch erkrankte junge Erwachsene im Alter von 18 bis 27 Jahren mit einem auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Therapiekonzept, gemeinsam mit Mitarbeitern der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik der Salus gGmbH. Auch der Bau einer neuen Tagesklinik zur Behandlung von Kindern und ihren Familien mit psychischen Erkrankungen, womit in der Region eine weitere Lücke in der psychiatrischen Versorgung geschlossen wird, verdankt sich seiner Initiative.
Dr. med. Särchen wurde 1957 in Magdeburg geboren, nach dem Studium der Medizin ließ er sich von 1985 bis 1989 zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie ausbilden. Kurz nach der Wende wechselte er zum St. Joseph-Krankenhaus Berlin Weißensee. Von 1993 bis 1997 bildete er sich zum Psychotherapeuten weiter. Von 1994 bis zum 31. Juli 2023 war er Chefarzt für Psychiatrie in der Klinik Bosse Wittenberg und Ärztlicher Direktor.
Ebenfalls mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt wurde Jürgen Leindecker, Jurist und Kommunalpolitiker. Der 70-Jährige aus Jena hat sowohl in Hessen als auch in Sachsen-Anhalt Akzente gesetzt und war mehr als 26 Jahre lang beim Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt tätig, davon zehn Jahre als Geschäftsführer. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs. Als leidenschaftlicher Jurist versteht er es, seine fundierten Kenntnisse über das Städte- und Gemeindewesen Deutschlands mit größter Motivation auch für ehrenamtliches Engagement zu verbinden. Foto: W. Gorsboth

