Mi.. Aug. 19th, 2026


Wittenberg (aw). Noch ist die Hafenpromenade eine Baustelle. Doch schon jetzt lässt sich erahnen, wie sich das Wittenberger Elbufer verändern wird. Zwischen Kleinwittenberg und dem Bereich hinter dem Obi entsteht seit November 2025 auf rund 400 Metern ein neuer, großzügiger Freiraum – mit einem deutlich breiteren Elberadweg, drei neuen Aufenthaltsbereichen und einem Spielplatz, der künftig zum Blickfang für Familien werden soll.

Oberbürgermeister Torsten Zugehör zeigte sich beim Pressegespräch am Dienstag zufrieden mit dem Baufortschritt. „Wir öffnen uns der Elbe“, sagte er und verwies auf das Freiraumkonzept Hafenpromenade, das der Stadtrat bereits 2021 einstimmig beschlossen hatte. Die historische Verbindung der Stadt zum Fluss soll künftig noch stärker erlebbar werden.

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Dass dabei Geschichte und Zukunft unmittelbar nebeneinanderliegen, wird schon am Boden sichtbar. Die historischen Gleise bleiben erhalten. Sie stehen unter Denkmalschutz und werden in die neu gestaltete Promenade integriert. „Sie haben auch einen gewissen Charme“, sagte Tino Przygode, Sachgebietsleiter Tiefbau. Gleichzeitig bekommt der kombinierte Geh- und Radweg deutlich mehr Raum: Insgesamt 5,20 Meter breit soll die zentrale Wegeverbindung künftig sein, einschließlich einer verkehrssicheren Radspur aus hellem, klimaangepasstem Asphalt.

„Wir liegen gut im Plan“, so Przygode. Zwar habe der Winter den Bauablauf zeitweise gebremst, die verlorene Zeit sei inzwischen jedoch wieder aufgeholt worden. Der Einbau des Asphalts und die anschließende Beschichtung sind für Anfang Oktober vorgesehen. Die bauliche Fertigstellung einschließlich der Pflanzungen ist weiterhin für das Jahresende 2026 vorgesehen.

Ein Schiff für kleine und große Entdecker

Herzstück des neuen Aufenthaltsbereichs wird die „Elbwelle“. Der Spielplatz ist als großes Schiff gestaltet und soll verschiedene Altersgruppen ansprechen. Während größere Kinder klettern und die Spielkombination erkunden können, entsteht für die Kleineren ein Sandspielbereich. Ein Sonnensegel wird dabei für Schatten sorgen. Direkt am Spielbereich ist außerdem ein Trinkbrunnen vorgesehen.

„Das Spielgerät ist eine Kombination für verschiedene Altersgruppen“, erläuterte Christoph Bolz von der TUG aus Oranienbaum. Auch bei den übrigen Elementen werde Wert auf eine robuste und zugleich besondere Gestaltung gelegt. Neue Treppenanlagen sind bereits eingebaut. Dazu kommen Bänke, Fahrradbügel und weitere Sitz- und Liegemöglichkeiten.

Ein besonderes Möbelstück ist das geplante „Hafensofa“. „Das steht bei uns in der Firma schon bereit“, sagte Bolz mit einem Augenzwinkern. Man müsse es sich wie einen riesengroßen Baumstamm vorstellen.

Auch die Beleuchtung wird erneuert. Die neuen Laternen werden auf LED-Technik umgestellt und sollen sich bei Dunkelheit über Bewegungsmelder steuern lassen.

Mehr Schatten, weniger Hitze

Dass die Promenade nicht nur schöner, sondern auch besser für heiße Sommer gerüstet sein soll, ist ein wichtiger Bestandteil der Planung. „Dass sich der Boden nicht so stark aufheizt, erreichen wir unter anderem mit einem besonderen Bodenkonzept“, erklärte Zugehör. Helles Betonpflaster und der klimaangepasste Asphalt sollen dazu beitragen. Gleichzeitig bleiben vorhandene Bäume erhalten und die Randbereiche werden zusätzlich begrünt.

Auch bei den neuen Bäumen wird auf Arten gesetzt, die mit zunehmender Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen. Jörg Kutter vom Leipziger Planungsbüro GFL – Grün für Stadt und Leben Landschaftsarchitektur eG, das Planung und Bauüberwachung begleitet, nennt unter anderem Hopfenbuchen und spezielle Ahornarten. „Wir werden bei der Bepflanzung auf Zukunftsarten zurückgreifen, die mit der Sonne besser klarkommen“, sagte Kutter.

Ein weiteres Sonnensegel sowie Rasen- und Pflanzflächen sollen die Aufenthaltsqualität zusätzlich erhöhen. Oberboden und Wiesenansaat werden nach Abschluss der Asphaltarbeiten und dem Einbau des Spielschiffs aufgebracht. Die Gehölz- und Pflanzarbeiten sind für Oktober und November vorgesehen.

1,8 Millionen Euro für das neue Elbufer

Finanziert wird die rund 1,8 Millionen Euro teure Gesamtmaßnahme aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ sowie aus Eigenmitteln der Stadt.

„Das ist kein reines Klimaschutzprojekt“, betonte Zugehör. Es gehe vielmehr darum, einen wichtigen Stadtraum neu zu ordnen, die Elbe stärker in das Stadtleben einzubeziehen und einen attraktiven Ort für Radfahrer, Spaziergänger, Familien und Erholungssuchende zu schaffen.

Und der Blick reicht bereits darüber hinaus. Für den zweiten Abschnitt der Hafenpromenade gibt es derzeit noch keine endgültige Gestaltung. Die Stadt will zunächst den aktuellen Bauabschnitt abschließen. Danach soll – abhängig von der weiteren Förderung – erneut angegriffen werden.

Fotos: Antje Weiß

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