Wittenberg (md/aw). Die Wildschweinproblematik in Nudersdorf bleibt ein großes Thema für viele Anwohner. Bei einem Pressegespräch der Lutherstadt Wittenberg informierten Vertreter der Stadtverwaltung, des Ortschaftsrates und der Jagdgenossenschaft jetzt über mögliche Schutzmaßnahmen gegen die zunehmenden Schäden auf privaten Grundstücken.

Zaunlösung mit eingesetzten Bewehrungsmatten
Fotos: Stadtverwaltung Wittenberg
Bürgermeister André Seidig betonte, dass die Sorgen der Bürger ernst genommen würden. Neben verwüsteten Grünflächen sei in der Vergangenheit auch der Friedhof in Nudersdorf betroffen gewesen. Deshalb seien bereits Mittel für eine bessere Einfriedung eingeplant worden.
Ortsbürgermeisterin Gundel Lehmann schilderte, dass Wildschweine inzwischen nicht mehr nur nachts im Ort unterwegs seien. Immer wieder komme es zu Schäden an Beeten, Grünflächen und Zäunen. Zuletzt sei sogar tagsüber eine Rotte durch den Ort gezogen.
Jäger Michael Sinast erklärte, dass die Umgebung rund um Nudersdorf ideale Bedingungen für Wildschweine biete. Mit verstärkter Bejagung versuche man gegenzusteuern – allein im vergangenen Jagdjahr wurden 47 Tiere erlegt. Gleichzeitig seien Abschüsse in Wohngebieten nur in Ausnahmefällen erlaubt.
Im Mittelpunkt des Termins stand die Vorstellung einer möglichen Schutzlösung: eine stabile Zaunkonstruktion aus Bewehrungsmatten, die tief im Boden verankert wird und das Untergraben verhindern soll. Die Kosten für den vorgestellten Prototypen liegen laut Sinast bei rund 130 Euro in Eigenleistung.
Zusätzlich können sogenannte Vergrämungsmittel eingesetzt werden, die durch Gerüche Wildschweine fernhalten sollen. Die Stadt möchte die vorgestellte Zaunlösung nun weiteren Anwohnern als praktische Orientierungshilfe vorstellen.
Foto 1: Jäger Michael Sinast, Ortsbürgermeisterin Gundel Lehmann und Wittenbergs Bürgermeister André Seidig (v.l.)

