Wittenberg (md/wg). Die neue Sonderausstellung „Kleine Monumentalitäten – monumentale Kleinigkeiten“ mit den Künstlern Juana Anzellini und Christoph Kukla wird am 22. Oktober, 18 Uhr, im Museum der Cranach-Stiftung eröffnet. Die Ausstellung kennzeichnet den Abschluss des Jubiläumsjahres zum 30-jährigen Bestehen der Jugendkunstschule der Cranach-Stiftung. Beide Künstler arbeiten seit einigen Jahren als Dozenten an der Jugendkunstschule, Juana Anzellini erhielt darüber hinaus 2023 das Cranach-Stipendium.
Die gemeinsame Werkschau von Juana Anzellini und Christoph Kukla verbindet Druckgrafik mit filigranen Papierminiaturen und zeitgenössischer 3D-Drucktechnologie. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen künstlerischen Techniken und die Frage, wie diese die Wahrnehmung von Größe, Raum, Materialität und Wirklichkeit beeinflussen. Die Ausstellung versammelt farbintensive Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen und Projekten beider Künstler und gibt Einblick in die Entwicklung ihrer individuellen Bildsprachen.
Durch die radikale Skalierung und Fragmentierung mancher Werke entsteht eine unerwartete Monumentalität: Vertraute Formen und Motive erscheinen in neuen Dimensionen und eröffnen einen bewussten Perspektivwechsel. So bewegt sich die Werkschau zwischen Präzision und Imagination, zwischen dem Kleinen und dem Monumentalen, zwischen realer Materialität und visueller Fantasie. Sie lädt dazu ein, den eigenen Blick auf Gegenwart und Wirklichkeit neu wahrzunehmen.
Juana Anzellini (siehe Foto), 1985 in Bogota, Kolumbien, geboren, untersucht die Symbolik von Sehen und Nicht-Sehen. Ihre komplexen, detailreichen Bildwelten verschmelzen europäische und lateinamerikanische Bildtraditionen – von Glasmalerei bis hin zu Comics. Motive verschiedener Epochen überlagern sich und schaffen neue Bedeutungsebenen. Kukuschinski aka Christoph Kukla, Jahrgang 1981, rekonstruiert unter dem Titel „Downsizing. Urban Papering. Politically Puppenhausing“ urbane Realitäten im Miniaturformat. Analoge Papierkunst verschmilzt mit präzisen Skulpturen aus dem 3D-Drucker zu hybriden, dreidimensionalen Welten. Foto: ©Frank Freitag

