Sachsen-Anhalt (md/aw). Die Zahl der Verkehrsunfälle in Sachsen-Anhalt ist 2025 leicht gesunken – gleichzeitig erreichte die Zahl der Verkehrstoten einen historischen Tiefstand. Nach Angaben der Landespolizei wurden im vergangenen Jahr 70.704 Verkehrsunfälle registriert, das sind 349 weniger als 2024. Dennoch kamen 101 Menschen auf den Straßen des Landes ums Leben.

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang sprach trotz des Rückgangs von einer weiterhin großen Herausforderung: „Im Durchschnitt passiert alle sieben Minuten ein Verkehrsunfall auf Sachsen-Anhalts Straßen.“ Hinter jeder Zahl stehe ein persönliches Schicksal.
Besonders positiv: Die Zahl der Verkehrstoten sank im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent. Damit wurde der niedrigste Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1992 erreicht. Vor allem bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren gab es deutlich weniger tödliche Unfälle.
Mehr Menschen wurden jedoch verletzt. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um fünf Prozent auf 8.575, die der Schwerverletzten auf 1.710.
Auf den Autobahnen zeigte sich ein erfreulicher Trend: Dort kamen nur noch acht Menschen ums Leben – im Vorjahr waren es noch 30. Besonders auf den Autobahnen A2 und A14 gingen tödliche Unfälle stark zurück.
Die häufigste Unfallursache bleibt weiterhin Wildwechsel. Rund jeder fünfte Unfall in Sachsen-Anhalt entstand durch Zusammenstöße mit Wildtieren, meist mit Rehen. Ebenfalls häufig waren Fehler beim Rückwärtsfahren, zu geringer Abstand sowie unangepasste Geschwindigkeit. Gerade bei schweren Unfällen spielte überhöhtes Tempo weiterhin eine entscheidende Rolle.
Sorgen bereitet der Polizei die steigende Zahl von Unfällen mit Pedelecs und E-Scootern. Die Zahl der Pedelec-Unfälle stieg um 42 Prozent, bei E-Scootern sogar deutlich stärker. Vier Menschen starben bei Pedelec-Unfällen, zwei bei E-Scooter-Unfällen. Auffällig: Mehr als die Hälfte der verunglückten Pedelec-Fahrer trugen keinen Helm.
Auch ältere Verkehrsteilnehmer bleiben besonders gefährdet. Menschen ab 75 Jahren machen zwar nur rund 14 Prozent der Bevölkerung aus, stellten aber fast ein Drittel aller Verkehrstoten. Häufige Ursachen waren Vorfahrtsfehler, falsche Straßenbenutzung oder Unachtsamkeit im Straßenverkehr.
Die Polizei setzt deshalb weiter auf Kontrollen und Präventionsarbeit. Sachsen-Anhalt beteiligt sich regelmäßig an bundes- und europaweiten Verkehrskontrollen, etwa gegen überhöhte Geschwindigkeit oder zur Kontrolle des Lkw-Verkehrs. Ziel bleibt, die Zahl schwerer Unfälle weiter zu senken und insbesondere Kinder, Senioren sowie junge Fahrer besser zu schützen.
