Wörlitz (md/wg). Momentan steht das Gartenreich Dessau-Wörlitz ganz im Zeichen Johann Wolfgang von Goethes, der die Wörlitzer Anlagen 1776 und somit vor genau 250 Jahren zum ersten Mal besuchte und sie in einem Brief als „unendlich schön“ beschrieb. Nachdem dieses Jubiläum bereits in einer Kabinettausstellung im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ gewürdigt wurde, gehen die Feierlichkeiten in eine weitere Runde, und welcher Tag würde sich dazu besser eignen, als Goethes 277. Geburtstag am 28. August.
An diesem Tag lädt die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz gemeinsam mit der Anhaltischen Goethe Gesellschaft e.V. und der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches e.V. zu einem Thementag unter dem Motto „Goethe und Wörlitz – eine Spurensuche“ ein. Ab 15.30 Uhr wird es im Sommerspeisesaal am Küchengebäude des Wörlitzer Schlosses eine szenische Lesung mit dem Titel „Von Wäldgen und Menschen – Goethes Gärten“ geben, anschließend geht es auf einen geführten Spaziergang zum Nymphaeum (siehe Foto), wo sich auf zwei Tafeln das berühmte Goethe-Zitat über den Wörlitzer Park befindet.
Studierende des Germanistischen Instituts der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Dr. Jana Kittelmann eröffnen anhand ausgewählter Texte Goethes und dessen Umfeld Einblicke in die vielfältige Auseinandersetzung des Dichters mit Gärten und der Gartenkunst seiner Zeit. Neben Wörlitzer Impressionen werden dabei auch Auszüge aus Reiseberichten, Briefe, autobiographische Texte und Gedichte von Goethe zu hören sein. Für die musikalische Begleitung sorgen der Gitarrist Jörg Holzmann und die Sängerin Isabelle Serafin, die Goethe-Vertonungen vor allem von Komponistinnen präsentieren werden. Darunter finden sich Kompositionen der Weimarer Herzogin Anna Amalia. Die Teilnahme an der szenischen Lesung ist kostenfrei.
Anschließend wird um 18 Uhr im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ in Wörlitz mit „Die Wahlverwandtschaften“ eine nur sehr selten gezeigte DEFA-Verfilmung von Goethes gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1973 aufgeführt. Der Eintritt kostet acht Euro. Foto: ©KsDW/Lars Reimann


