Fr.. Okt. 30th, 2026

Dessau (md/wg). Das Städtische Klinikum Dessau wird Standort für ein neues Psychosomatisches Telekonsil der Universitätsmedizin Magdeburg im Rahmen des EFRE-geförderten Forschungsverbunds ISA zur Implementierung innovativer Versorgungsformen im klinischen Alltag. Mit dem Telekonsil sollen Patienten künftig auch dann Zugang zu spezialisierter psychosomatischer Expertise erhalten, wenn diese nicht unmittelbar vor Ort verfügbar ist. Der Start des Telekonsils ist für November 2026 vorgesehen.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin war ein gemeinsamer Workshop der beteiligten Teams Ende August in Dessau. Dabei wurden die geplanten Abläufe erstmals gemeinsam vor Ort durchgespielt und die Voraussetzungen für die praktische Umsetzung besprochen. Aktuell werden die technischen und organisatorischen Prozesse weiter vorbereitet und auf die Abläufe im klinischen Alltag abgestimmt. Bei vielen Patienten treten neben einer körperlichen Erkrankung auch psychische oder psychosomatische Belastungen auf. Dazu können beispielsweise Ängste, depressive Beschwerden oder körperliche Symptome gehören, für die sich zunächst keine eindeutige organische Ursache finden lässt. Für die behandelnden Teams kann es dann hilfreich sein, frühzeitig eine spezialisierte psychosomatische Einschätzung einzubeziehen.

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„Der Bedarf an psychosomatischer Expertise ist hoch. Gleichzeitig steht diese Unterstützung insbesondere außerhalb größerer Zentren nicht immer unmittelbar zur Verfügung“, erklärt Dr. Marius Binneböse, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Florian Junne, Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Magdeburg, leitet. „Mit dem Telekonsil wollen wir deshalb die Möglichkeit schaffen, spezialisierte Expertise unkompliziert in die Behandlung vor Ort einzubinden.“

Beim ISA-Telekonsil können Fachärzte der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Magdeburg die behandelnden Teams im Städtischen Klinikum Dessau aus der Ferne unterstützen. Über eine datensichere Videoverbindung können Gespräche mit Patienten geführt, Beschwerden gemeinsam eingeordnet und weitere diagnostische oder therapeutische Schritte besprochen werden. Gerade für Kliniken in Regionen, in denen entsprechende Fachangebote nicht jederzeit verfügbar sind, kann so eine zusätzliche Verbindung zu einem universitären Zentrum entstehen.

Dr. med. Judith Pannier, Leitende Oberärztin der Klinik für Innere Medizin I am Städtischen Klinikum Dessau sagt: „Psychische Belastungen und körperliche Erkrankungen hängen oft miteinander zusammen. Wir sind sehr froh, mit Hilfe des psychosomatischen Telekonsils der Universität Magdeburg unseren Patienten einen noch ganzheitlicheren Behandlungsansatz anbieten zu können. Wir freuen uns auch, dieses Angebot zur gezielten Beratung unserer Ärzte und Pflegekräfte nutzen zu können. Insgesamt versprechen wir uns davon deutlich zufriedenere und letztlich wieder gesündere Patienten.“ Foto: Klinikum Dessau

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