Wittenberg (aw). Neue Räume, neue Ideen und ein starkes Zeichen für soziales Engagement: Mit einem Tag der offenen Tür hat die Sparda-Bank Berlin ihre neue Filiale in der Wittenberger Schlossstraße offiziell eröffnet. Zahlreiche Kunden, Geschäftspartner und Wegbegleiter schauten vorbei – darunter auch Katharina vom Schloss aus Jessen, die seit Jahren gemeinsam mit der Bank krebskranke Kinder und Familien unterstützt.

Wer die neuen Räume betritt, merkt schnell: Mit einer klassischen Bankfiliale hat der Standort nur noch wenig gemein. Geldautomaten, Schalter oder enge Wartezonen sucht man vergeblich. Stattdessen dominieren offene Bereiche, moderne Beratungsräume, Arbeitsplätze und Begegnungsflächen das Bild. Empfangstische ersetzen den klassischen Tresen, sogar eine kleine Küchenzeile gehört zum Konzept. „Wir wollten bewusst einen offenen Ort schaffen, an dem Menschen gern hereinkommen“, sagte Alina Boiko, die den neuen Standort in Wittenberg maßgeblich mit aufgebaut hat. Die 26-Jährige sieht die Filiale nicht nur als Bank, sondern als Treffpunkt mitten in der Innenstadt.

Blick von der Coswiger Straße auf den neuen Standort der Sparda-Bank – der Haupteingang befindet sich in der Schlossstraße.
Der Umzug aus der Dessauer Straße in die Schlossstraße war für die Sparda-Bank eine bewusste Entscheidung. „Hier sind wir sichtbarer und näher an den Menschen“, sagte Alina Boiko beim Rundgang durch die neuen Räume. In dem traditionsreichen Gebäude mitten in der Altstadt – einst Sitz von Mitteldeutscher Zeitung, Wochenspiegel und Super Sonntag, zuvor bereits Bankhaus – entstand nach umfangreichem Umbau eine moderne Filiale auf rund 500 Quadratmetern. Wände wurden entfernt, Leitungen, Elektrik und Sanitäranlagen vollständig erneuert und offene, barrierefreie Beratungs- und Arbeitsbereiche geschaffen, die deutlich mehr Raum für Begegnung und Veranstaltungen bieten.
Auffällig ist jedoch vor allem eines: Die neue Filiale besitzt keinen eigenen Geldautomaten mehr. Hintergrund sind die zunehmenden Sprengungen von Automaten in Deutschland. „In Falkenberg wurde uns der gesamte Standort weggesprengt“, berichtete Pressesprecher Marcel Schwarzkopf. Deshalb setzt die Bank inzwischen stärker auf Beratung statt Bargeldgeschäft. Kunden können Geld weiterhin im nahegelegenen Arsenal-Center abheben. „Allein mit klassischen Bankprodukten gewinnt man heute keinen Wettbewerb mehr“, sagte Schwarzkopf. Deshalb wolle die Genossenschaftsbank stärker auf Begegnung, Veranstaltungen und regionale Vernetzung setzen. So sollen künftig auch Kunstausstellungen, Workshops oder kleinere Seminare in den neuen Räumen stattfinden. Selbst mobile Arbeitsplätze stehen Besuchern kostenlos zur Verfügung. Wer mit Laptop unterwegs ist, kann sich während der Öffnungszeiten einen Platz suchen, Internet nutzen oder kleinere Meetings durchführen.

Kommunikationsmanagerin Jessica Messerschmidt (r.) von der Sparda-Bank Berlin überreicht Katharina vom Schloss einen symbolischen Spendenscheck über 20.000 Euro für den Verein „Krebskranke Kinder in Not“.
Bei der Eröffnung spielte aber nicht nur das neue Konzept eine Rolle. Im Mittelpunkt stand auch das langjährige soziale Engagement der Bank. Kommunikationsmanagerin Jessica Messerschmidt war eigens aus Berlin angereist, um einen symbolischen Spendenscheck über 20.000 Euro an Katharina vom Schloss zu überreichen. Die Summe war bereits im März geflossen und konnte schon für konkrete Hilfe eingesetzt werden. Unterstützt wurde damit unter anderem die Kinderonkologie der Universitätsklinik Leipzig sowie ein Forschungsprojekt der Deutschen Krebshilfe zur Entwicklung neuer CAR-Zelltherapien gegen seltene und besonders aggressive Krebsarten. Auch Herzenswünsche schwer kranker Kinder konnten erfüllt werden – vom Spielzeug bis zu besonderen Erlebnissen.
Wie wichtig schnelle Hilfe oft ist, erlebt Katharina vom Schloss beinahe täglich. Sie erzählt von Manu, einer alleinerziehenden Mutter, deren Tochter eine schwere Krebstherapie hinter sich hat. Für regelmäßige Fahrten zu Untersuchungen und Therapien war die Familie dringend auf ihr Auto angewiesen. Als dieses plötzlich kaputtging, sprang der Verein kurzfristig ein und finanzierte die Reparatur. „Solche Dinge entscheiden manchmal darüber, ob ein Kind rechtzeitig zur Behandlung kommt“, sagte Katharina vom Schloss.
Seit inzwischen 16 Jahren engagiert sie sich mit ihrem Verein „Krebskranke Kinder in Not“ für betroffene Familien. Mehr als 130.000 Euro kamen gemeinsam mit der Sparda-Bank bereits zusammen. Unterstützt werden unter anderem Delfintherapien, Transporte, Flüge oder kurzfristige Hilfen für Familien in Notlagen. Allein eine Delfintherapie könne bis zu 25.000 Euro kosten.
Doch neben medizinischer Hilfe gehe es oft auch um Hoffnung und besondere Momente. So organisiert der Verein gemeinsam mit Partnern regelmäßig Erlebnisse für krebskranke Kinder – etwa Fahrten im Renntaxi bei den Rennsporttagen auf dem Lausitzring. „Diese Kinder vergessen für einen Moment ihre Krankheit und erleben einfach Glück“, sagte Katharina vom Schloss.

