Fr.. Okt. 16th, 2026

Wittenberg (md/wg). Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027. Mit 67.050 Stimmen und einem Anteil von 45,2 Prozent setzte sie sich bei der öffentlichen Wahl von NABU und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) gegen vier weitere Arten durch. Die Auszeichnung lenkt den Blick auf einen Gebäudebrüter, dessen Bestand nach Angaben des NABU zurückgeht. Zum Zeitpunkt ihrer Wahl befindet sich die Mehlschwalbe bereits in ihrem afrikanischen Winterquartier südlich der Sahara. Anfang April kehren die Vögel zum Brüten zurück.

Insgesamt beteiligten sich 148.506 Menschen an der Abstimmung. Hinter der Mehlschwalbe erreichte der Trauerschnäpper mit 33.181 Stimmen beziehungsweise 22,3 Prozent den zweiten Platz. Es folgten der Kolkrabe mit 22.587 Stimmen und 15,2 Prozent, die Wasseramsel mit 16.074 Stimmen und 10,8 Prozent sowie der Kranich mit 9.614 Stimmen und 6,5 Prozent. Die Mehlschwalbe folgt auf das Rebhuhn, das den Titel 2026 trägt. Den „Vogel des Jahres“ gibt es in Deutschland seit 1971, seit 2021 entscheidet eine öffentliche Wahl über die Auszeichnung.

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„Leider ist der neue Jahresvogel gefährdet“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „Bis zu 770.000 Brutpaare gibt es noch in Deutschland. Der Bestand geht aber stetig zurück, vor allem durch illegale Zerstörung von Nestern und Vergrämungsmaßnahmen an Häusern. Moderne Architektur und die zunehmende Versiegelung machen es Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen. Auch der Insektenschwund spielt eine Rolle, da Fluginsekten die Nahrung der Mehlschwalbe sind.“

Für ihre nahezu geschlossenen, runden Nester benötigen die Vögel Lehm. Bis zu 1.500 kleine Lehmkügelchen sammeln sie dafür in Pfützen. Die Nester entstehen unter Dach- und Fassadenvorsprüngen sowie in Nischen an Felswänden. Mehlschwalben brüten in Kolonien und sind auch außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen unterwegs. Die etwa 14 Zentimeter großen Vögel lassen sich unter anderem an ihrer weißen Unterseite und dem weißen Bürzel erkennen. Diese mehlweiße Färbung gab der Mehlschwalbe ihren Namen. Oberseite und Flügel sind schwarz, Kopf und Rücken glänzen metallisch blau. Hinzu kommt ein kurzer, leicht gegabelter Schwanz.

Wer Mehlschwalben helfen möchte, kann mit einfachen Mitteln viel erreichen. Wichtig ist, vorhandene Nester zu dulden, das Abschlagen der Nester ist verboten. Wird ein Haus saniert und wollen Eigentümer deshalb Nester entfernen, brauchen sie dafür eine Ausnahmegenehmigung. In der Regel verlangen die zuständigen Behörden dann, dass Kunstnester angebracht werden, damit die Vögel weiter am Haus brüten können. Ein Kot-Brett hilft, dass die Fassade sauber bleibt. Angelegte Lehmpfützen in Hof oder Garten bieten Baumaterial für den Nestbau. Und ein naturnaher Garten lockt Insekten an – für die Mehlschwalben sind sie willkommene Nahrung. Foto: ©NABU/Mathias Schäf

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