Prettin (md/wg). Am Sonntag, dem 17. Mai, feiern Museen weltweit den Internationalen Museumstag. Der Aktionstag hat das Ziel, auf die gesellschaftliche Rolle der Museen aufmerksam zu machen und Besucher dazu einzuladen, Museen als Orte des kulturellen Austauschs zu erleben und deren Vielfalt zu entdecken. Für 2026 hat ICOM den Tag unter das Motto „Museums uniting a divided world“ gestellt. Die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin ist an diesem Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet, für interessierte Besucher findet um 14 Uhr eine kostenfreie öffentliche Führung statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
Das Schlossensemble Lichtenburg, Brennglas einer über 700-jährigen, wechselvollen Geschichte, ist bis heute fast vollständig in seiner historischen Bausubstanz erhalten. Die vielfältigen baulichen Zeugnisse, die eindrucksvoll alle Zeitschichten widerspiegeln, sind von sehr hohem Denkmalwert. Im ehemaligen Werkstattflügel befindet sich eine Dauerausstellung mit dem Titel „Es ist böse Zeit … Die Konzentrationslager im Schloss Lichtenburg 1933-1945“. Zur Gedenkstätte gehört außerdem der ehemalige „Bunker“ als Ort physischen und psychischen Terrors im KZ.
Im Rahmen der Führung werden die Dauerausstellung sowie Teile des Schlossareals besichtigt, darunter auch das 1878/79 errichtete Zellengebäude, das seit Kurzem für Besucher wieder zugänglich ist. Besichtigt werden kann auch die vom Brandenburg Museum konzipierte Sonderausstellung „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeugen und Zeitzeuginnen“, die noch bis zum 4. Juni 2026 zu sehen ist. Sie beleuchtet, wie sich Lebensgeschichten von NS-Verfolgten auch dann vermitteln lassen, wenn direkte Begegnungen nicht mehr möglich sind.
Mithilfe moderner VR-Technologie begegnen die Besucher fünf jüdischen Personen, die von ihren Erlebnissen während der NS-Zeit berichten. Die Menschen erfahren, wie es war, sich verstecken zu müssen, verfolgt und deportiert zu werden. Dies geschieht in einer immersiven Gesprächssituation, in der die Teilnehmer in eine virtuelle Umgebung eintauchen und sich ausschließlich auf das Interview mit den Zeitzeugen fokussieren können. In einer Zeit, in der das demokratische Grundfundament der Gesellschaft massiv angegriffen wird und antisemitische sowie rassistische Einstellungen zunehmend sichtbarer werden, gewinnt die Frage nach zeitgemäßer Erinnerungsarbeit neue Dringlichkeit. Foto: W. Gorsboth

