Dessau (md/wg). In ihrem neuen Programm „Deutschland, siehst Du das nicht…?“ begeben sich Roman Knizka und „Opus 45“ am 12. Mai um 19 Uhr im Theaterrestaurant im Großen Haus in die dramatische wie schillernde Schlussphase der Weimarer Republik. Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, der Eintritt ist frei, um Anmeldung bei der Theaterkasse, Tel.: 0340/25 11 333, wird gebeten.
Der Titel greift dabei eine eindringliche Zeile aus Kurt Tucholskys Gedicht „Deutschland, erwache!“ von 1930 auf. Es ist ein scharf formulierter Warnruf vor Radikalisierung, Gewalt und dem Zerfall demokratischer Normen und er fällt in die letzten Jahre der Weimarer Republik, die wenige Jahre später mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ihr Ende fand. „Opus 45“ und Roman Knizka leuchten das vielschichtige Panorama der Jahre 1929-1933 aus – politisch, gesellschaftlich, kulturell.
Literarische Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Mascha Kaléko treffen auf zeitgenössische Reportagen und Tagebücher von Victor Klemperer, Sebastian Haffner oder Dorothy Thompson. Die musikalische Vielfalt der Epoche bilden Werke von Hanns Eisler, Kurt Weill, Erwin Schulhoff, Jean Françaix und Paul Juon ebenso ab, wie Schlager und Tanzmusik jener Jahre – von Cole Porter bis zu den Comedian Harmonists.
Wie bei allen Programmen von „Opus 45“ werden dabei auch regionale Aspekte beleuchtet und die Entwicklungen in Dessau entsprechend eingeordnet. Die Weimarer Republik war keine Totgeburt, ihr Scheitern war nicht zwangsläufig. Am Ende des Programms steht daher die zentrale Frage: Welche Lehren ziehen wir heute aus dem Untergang der ersten deutschen Demokratie? Foto: Veranstalter

