Wittenberg (aw). Kaum ist Halloween und das Reformationsfest vorbei, duftet es in der Wittenberger Berufsschule schon wieder nach Weihnachtsgebäck. Bei der siebenten Benefizaktion „Backen für den guten Zweck“ wurde am Montagabend gerührt, geknetet und dekoriert. 17 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft machten die nagelneue Lehrküche zur Weihnachtsbäckerei. Schon nach kurzer Zeit standen die ersten Bleche mit Keksen und Kuchen bereit.

Fotos: Antje Weiß
Besonderer Gast war Skisprunglegende Jens Weißflog. Gemeinsam mit der 20-jährigen Lara Okon vom Förderverein der Berufsschule wagte er sich an Hefeteigknoten mit Füllung. Lara hatte das Rezept im Internet gefunden und alles vorbereitet. „Selber backen tue ich sonst nicht“, sagte Weißflog schmunzelnd, während er die Teigstreifen verknotete. „Die sind ganz gut geworden“, befand Lara.

Für Weißflog war es der erste Backeinsatz bei der Benefizaktion, aber längst nicht sein erster Besuch in Wittenberg. Ob bei Sportveranstaltungen oder bei einem Talk im Möbelhaus – der dreifache Olympiasieger war schon mehrfach in der Lutherstadt zu Gast. „Ich komme immer wieder gern nach Wittenberg“, sagte er. Gerade solche Aktionen findet er besonders gelungen: „Es ist toll, dass sich die Leute dafür Zeit nehmen und gemeinsam etwas für einen guten Zweck machen.“

Carsten Dost vom Autozentrum Peter war zum dritten Mal dabei. Er hatte sich kleine Tannenbäume vorgenommen, die er extra für die Aktion aus dem Internet herausgesucht hatte. „Ich wollte etwas Besonderes machen“, sagte er. Die filigranen Bäume wurden mit Perlen und Zuckerguss verziert – kleine Kunstwerke statt einfacher Plätzchen.

Bei Corinna Reinecke, Geschäftsführerin der AWO im Landkreis Wittenberg, entstanden aus Muffins kleine Rehe. Bereits zum sechsten Mal machte sie mit. „Es freut mich, dass es dem Frauenhaus und den Kindern der AWO zugutekommt“, sagte sie, während sie ihre kleinen Kunstwerke dekorierte.

Auch Landrat Christian Tylsch und seine Frau Selina gehören inzwischen zum festen Team. Zum siebenten Mal waren sie dabei. Ihre mürben Plätzchen bekamen einen besonderen Stempel: „So schmeckt der Landkreis“. „Mittlerweile freue ich mich auf die Gemeinschaft“, sagte Tylsch.

Thomas Arndt, Vorstand der Sparkasse Wittenberg, war zum vierten Mal dabei und hatte sich an einen Zitronenkuchen gewagt. Zur Sicherheit hatte er den Kuchen bereits am Vortag einmal ausprobiert. „Ich glaube, ich wäre kläglich gescheitert, wenn ich ihn nicht schon einmal gebacken hätte“, sagte er lachend.

Franziska Buse, Vorsitzende des Stadtrates, hatte einen Zimtschnecken-Blechkuchen vorbereitet, der noch im Ofen war. Anschließend wurde der Kuchen mit Zuckerguss verziert. „Das gehört für mich einfach zu einem guten Zimtschnecken-Kuchen dazu“, sagte sie.

Initiator René Stepputtis, Vorsitzender des Fördervereins der Berufsschule, war natürlich ebenfalls wieder dabei. Seit sieben Jahren gibt es die Aktion. Seine „Kalte Schnauze“ gehört inzwischen fest dazu. „Es kommt darauf an, wie flüssig die Schokolade ist“, erklärte er. Diesmal sei sie perfekt gelungen.

Der Erlös der Benefizaktion von Stepputtis, dem Förderverein „Bildung schafft Zukunft“ und der Berufsschule kommt dem AWO-Frauenhaus und der Tagesgruppe in Reinsdorf zugute.
Ein ausführlicher Bericht ist in der nächsten Ausgabe von „Mittendrin“ zu lesen – dort gibt es auch einige der Rezepte zum Nachbacken.


